Kaiserschnitt-Fragebogen Userin 052

Das Schneiden war okay, aber ein ziemliches Gezerre und Rumgedrücke folgte: als wollte man ein Cent-Stück aus einem 10-Liter-Eimer voll mit Wackel-pudding rausholen. Um 8:29 Uhr wurde dann meine Tochter geboren.

1) Ich habe 1 Kinder zur Welt gebracht, davon durch Kaiserschnitt 1.

2) Beruf: Bankkauffrau

3) Wenn ich das Wort “Kaiserschnitt” höre, fallen mir spontan folgende Begriffe ein: schnell, unangenehm, aber schmerzfrei.

4) Die Geburt meines Kindes

Die Geburt meiner Tochter war für mich der Höhepunkt einer schönen Schwangerschaft. Da die ganze Schwangerschaft im Großen und Ganzen völlig unkompliziert verlief, war ich auch, was die Geburt betraf, kein Stück aufgeregt.

2 ½ Wochen vor dem Stichtag habe ich mich endgültig für den Kaiserschnitt entschieden. Da meine Tochter in der Steiß-Fuß-Lage lag und ich über die möglichen Risiken, die durch die Beckenendlage bei einer spontanen Geburt auftreten können, aufgeklärt wurde, war dies für mich der sicherste Weg.

Nach dieser Entscheidung war ich immer noch nicht aufgeregt. Drei Tage vor dem Entbindungstermin hab ich sogar noch eine Silberhochzeit mitgefeiert. Ich habe die Nacht vor dem Kaiserschnitt super geschlafen und bin morgens sogar noch selbst mit dem Auto zum Krankenhaus gefahren. Ich glaube, mein Freund war aufgeregter als ich.

Wir waren so gegen 6 Uhr im Krankenhaus. Dort wurde mir mein Zimmer zugewiesen, wo auf dem Bett schon der OP-Kittel lag, den ich dann anziehen sollte. Bald darauf kam schon die Stationsschwester und ich wurde mitsamt meinem Bett in Richtung OP geschoben. Hier kam ich erst noch in einen Raum, in dem mir die zuständige Hebamme einen Zugang am Handgelenk legte und mich ans CTG anschloss. Hier lag ich dann noch über eine halbe Stunde, dann schoben sie mich in den OP.

Ich war um kurz nach 8 im OP. Dort empfing mich ein Pfleger, der mich fragte, ob es mein erstes Kind sei. Ich antwortete mit JA und darauf sagte er: „Meins auch… heute morgen.“ Ich musste lachen und danach ging alles ganz schnell. Erst bekam ich eine Betäubungsspritze in den Rücken damit ich die Rückenmarksspritze nicht spürte. Dann legten sie mir einen Katheter. Zwischendurch wurde mir speiübel von der Narkose und bekam dann gegen die Übelkeit ein Mittel.

Irgendwann fragte ich, ob sie denn schon schneiden würden. Die Frage wurde mit JA beantwortet. Hatte ich gar nicht mitbekommen… Aber was danach kam, das kriegte ich mit. Ein Gezerre und Rumgedrücke. Es war, als wollte man ein Cent-Stück aus einem 10-Liter-Eimer voll mit Wackelpudding rausholen. Um 8:29 Uhr wurde dann meine Tochter geboren. Sie wurde uns kurz gezeigt und dann nahm die Hebamme sie erstmal mit.

Dann fragte ein Arzt nach einer Kamera. Mein Freund und ich waren etwas perplex. Was wollten die denn fotografieren?? Die Ärzte haben durch den Kaiserschnitt eine Anomalie an meinem Uterus festgestellt, die sie fotografisch dokumentiert haben. Insgesamt hat das Nähen eine ¾ Stunde gedauert und war fast genau so unangenehm wie der das „Entwickeln“ des Kindes. Nur war ich dadurch, dass meine Tochter auf meiner Brust lag, etwas abgelenkt.

Nach der OP durften wir uns in einem Kreißsaal noch entspannen und meine Tochter und ich konnten uns in Ruhe beschnuppern. Das waren die ersten wunderbaren Momente mit meiner Tochter. Und viele weitere folgen! Mittags auf dem Zimmer wurde mir dann der Katheter gezogen und um 4 Uhr bin ich das erste Mal wieder aufgestanden. Schmerzen hatte ich keine, durch die ganzen Schmerzmittel. Was nur unangenehm war, war, dass ich die blöde Flasche von der Wunddrainage immer mitschleppen musste. Aber die wurde mir auch nach 2 Tage gezogen und am dritten Tag hab ich mich selbst aus der Klinik entlassen, so gut ging es mir.

5) Die Indikation(en) = Gründe für meine Sectio(nes): Beckenendlage  

6) Hatte  ich Angst vor dem Geburtsschmerz / einer Dammverletzung? Ein bisschen natürlich schon, aber es gehört dazu.

7) Hätte ich gerne vaginal entbunden? Einerseits ja, um das Wunder der natürlichen Geburt zu erleben, andererseits nein, denn so war ich vorbereiteter.

8) War der Kaiserschnitt für mich die ideale Form der Geburt? Schlussendlich schon, da bei dem Kaiserschnitt eine Anomalie des Uterus entdeckt wurde, die man auf dem Ultraschall nicht sehen konnte. Durch diese Anomalie wird sich mein nächstes Kind wahrscheinlich auch nicht drehen. Das wäre ich ohne den Kaiserschnitt gar nicht gewahr geworden.
 
9) Habe ich den Kaiserschnitt als Trauma empfunden? Nein, definitiv nicht.
 
10) Vermittelt mir mein Umfeld das Gefühl versagt zu haben? Nein.
 
11) Meine Meinung zum Thema Kaiserschnitt: Er kann Leben retten und in gewissen Fällen Risiken minimieren. Trotzdem würde ich beim nächsten Mal (sollten die Voraussetzungen anders sein) gern spontan entbinden.
 
12) Meine Kaiserschnitt-Narbe(n) ist 18 cm lang.
 
13) Spüre ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n)? Nein.
 
14) Finde ich meine Kaiserschnitt-Narbe(n) hässlich? Nein.
 
15) Habe ich sie gepflegt / behandeln lassen? Anfangs habe ich sie etwas gesalbt, hab das dann aber auch bald wieder gelassen.
 
Wir stellen genau die gleichen Fragen wie im Buch “Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht” – in Kooperation mit edition riedenburg, dem Verlag des Kaiserschnittbuchs.
 
Kaiserschnittbuch