Nun geschah es aber, dass eines Tages, als Pippilotta ihre Gummistiefel wieder einmal anziehen wollte, die Stiefel überhaupt nicht mehr passten. Sie waren viel zu klein und drückten. „Oha“, sagte Pippilottas Mama, die Christine. „Die Schuhe sind ja zwei Nummern zu klein, mein Kind! Wir müssen neue Gummistiefel kaufen.“ Weil zufälligerweise gerade Samstag war, gingen sie gleich los zum Schuhgeschäft, wo sie auch gleich schöne neue blaue Gummistiefel fanden und kauften.
Aber wohin mit den alten Gummistiefeln? Sie einfach in den Müll zu schmeißen wäre viel zu schade, fanden Pippilotta und ihre Mama. Und so stellten sie die gelben, zu kleinen Gummistiefel neben einem Mülleimer vor dem Einkaufszentrum ab. Dann gingen Pippilotta und ihre Mama fort.
Den Schuhen war ein bisschen bange, denn sie merkten, dass irgendetwas los war. Der rechte Schuh sagte zum linken: „Ja sag mal, lassen die uns jetzt hier stehen?“ Und der linke sagte zum rechten Schuh: „Sieht ganz so aus. Aber immerhin sind wir zusammen! Du wirst sehen, es wird alles gut.“
Und so standen die gelben Gummistiefel eine ganze Weile neben dem Mülleimer. Sie sahen viele Leute vorbeigehen, die Tüten in der Hand hatten und nach Hause wollten. Dann wurde es dunkel, und die Gummistiefel überlegten, ob sie wohl die ganze Nacht draußen stehen würden.
Doch plötzlich hörten Sie eine Kinderstimme aufgeregt: „Mama, guck mal, da stehen gelbe Gummistiefel!“ rufen. Die Stimme gehörte zu Sophie. Sie war mit ihren Eltern ins Einkaufzentrum gegangen, um nach Gummistiefeln zu gucken. Aber weil Sophies Eltern nicht viel Geld hatten, hatte Sophies Papa gesagt, „Sophie, wir müssen Brot und Milch kaufen, das Geld reicht nicht für neue Gummistiefel. Tut mir Leid, mein Engel.“ Sophie hatte traurig genickt und das eingesehen. Und so dachte sie nun, dass sie ohne Gummistiefel nach Hause gehen müsste.
Aber es kam ganz anders: Denn als Sophie mit ihren Eltern aus dem Einkaufzentrum herauskam, sah sie die gelben Stiefel ganz alleine und herrenlos neben dem Mülleimer stehen. Sophie lief auf die Stiefel zu und hob sie hoch. „Mama“ sagte sie, „ich glaube, die passen mir! Können wir sie mitnehmen, wenn sie keinem gehören?“ Sophies Mama überlegte. Sie sah sich um, schaute auf die Gummistiefel und meinte dann „Tja, wenn sie neben dem Mülleimer stehen, wollte vielleicht jemand, dass wir sie finden, oder? Und passen tun sie dir auch, das ist genau deine Schuhgröße.“
Die Stiefel freuten sich. Der linke Stiefel sagte zum rechten „Siehst du? Ich habe doch gesagt, dass alles gut wird“. Der rechte Stiefel nickte und war froh. Und so gingen sie alle zusammen nach Hause zu Sophie und waren glücklich. Am allerglücklichsten aber war Sophie.
Von Redakteurin Christine Finke
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