Urlaub auf Balkonien

Fast jeder fünfte Deutsche verreist nicht. Und nicht immer liegt das am schmalen Geldbeutel, denn auch zu Hause kann die freie Zeit wunderbar genutzt werden! Urlaub auf Balkonien oder Terrassien – hier die besten Tipps aus der liliput-lounge.de Redaktion für Familien mit Kindern.

Der Himmel ist knallblau, die Luft ganz klar. Und dann dieses herrliche Rauschen der Baumwipfel. Noch besser: das Urlaubsdomizil ist optimal ausgestattet für eine Familie mit zwei kleinen Kindern. Alles kindersicher, Geschirrspüler, Waschmaschine, viel Spielzeug und für Regentage gibt es deutschsprachiges TV-Programm. Auch die ärztliche Versorgung lässt nicht zu wünschen übrig, aufwendige Impfungen sind unnötig. Und das Beste: die Reisekasse ist prall gefüllt. Warum? Weil die Kosten für die Ferienunterkunft denkbar günstig sind, denn zu Hause ist die Miete ja eh gezahlt! Wir verbringen diesen Sommer daheim, das denken sich immer mehr Familien.

Gute Planung ist auf für die Ferien zu Hause wichtig

Urlaub mit Kindern zuhause, Kind auf Balkon

Beliebtes Urlaubsziel mit Kindern: Balkonien (Bild: Thinkstock)

Laut einer Umfrage im Auftrag der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen bleiben immerhin 22 Prozent der befragten Deutschen zu Hause. Doch auch beim Urlaub auf Balkonien oder Terarassien ist die Planung entscheidend, denn sonst besteht die Gefahr, dass tatsächlich keine Ferien gemacht werden, sondern einfach nur der Alltagstrott weitergeht.

Also bitte keine Renovierungen, mächtige Umräumaktionen oder das große Ausmisten einplanen. Wie gestalten Sie denn sonst Ihren Urlaub? Wer gerne am Wasser ist, kann nun die örtlichen Badeseen und Freibäder ausgiebig testen. Auch zum Ausschlafen und Relaxen sollte Zeit eingeplant werden. Was gehört noch zum wahren Urlaubs-Feeling? Wie wäre es mit Ausflügen, langem Frühstück, exotischem Essen und dem Entdecken neuer Orte?

Das Menü sollte auch stimmen

Klarer Vorteil eines Hotel-Urlaubes: man wird immer bekocht. Aber Restaurantbesuche mit Kindern oder Büffets können ziemlich anstrengend sein. Klarer Heimvorteil des Zuhause-Urlaubes, hier kann ganz besonders auf die Wünsche der Kleinsten eingegangen werden.

Aber da Urlaub nun einmal etwas Besonders sein sollte und es schlichtweg blöd ist, wenn die Arbeit nur an einem hängen bleibt, sollte auch hier geplant werden. Entweder kochen die Eltern abwechselnd, alle gemeinsam oder es geht zum Auswärtsessen (so etwas wird sich auch sonst im Urlaub gegönnt).

Wie wäre es mit kulinarischen Reisen? Was bietet die französische, italienische oder spanische Küche? Erforschen Sie gemeinsam neue Supermärkte oder machen einen ausgiebigen Bummel auf einem Markt. Wetten, dass Sie Gemüse finden, das die Kinder nicht kennen? Und die Großen? Was möchten die Unbekanntes kosten?

Vielleicht hat auch die ganze Familie Lust, sich neue Lieblingsgerichte auszudenken? Auch hier sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Mindestens ein gemütlicher Grillabend gehört auch zum Urlaub, oder?

Spaß macht natürlich nicht nur Ungewohntes, sondern auch ein richtig schönes Picknick. Am besten unter freiem Himmel, mit Sonnenschein und leckeren Snacks. Es regnet? Auch kein Problem. Dann wird die Picknickdecke eben im Wohnzimmer ausgebreitet, auch hier kann herrlich mit den Fingern gegessen werden und danach ist eine Spielerunde angesagt.

Die Heimat als Urlaubsort – Ideen für tolle Aktivitäten

Juhu – Urlaub. Neben dem Erholen und der gemeinsamen Zeit macht es einfach auch Spaß, etwas ganz Neues zu entdecken. Und das geht auch in der Heimat! In fast jeder Gemeinde in Deutschland gibt es ein Touristenbüro. Auch Reiseführer über die Region sind erhältlich. Genau wie bei einer Reise am besten viele Informationen besorgen, im Internet stöbern und auch gucken, was die Terminkalender der Umgebung verraten. Vielleicht sind irgendwo Mittelalterfeste, eine Kirmes oder eine andere besondere Aktivität? Lassen Sie sich einfach mal überraschen davon, in der eigenen Heimat Tourist zu spielen. Wetten, dass es vieles gibt, was Sie noch nie gesehen haben?

Am besten besprechen Sie die Prospekte und Möglichkeiten im Familienrat – je nach dem wie alt die Kinder sind natürlich. Und dann machen Sie gemeinsam eine Liste mit allem, was alles unternommen werden kann. Museumsbesuche, Ausflüge, Freizeitpark, Stadtbesichtigung oder Minigolf, erlaubt ist, was gefällt.

Eine Stadtrundfahrt der ganz besonderen Art bieten übrigens die öffentlichen Verkehrsmittel. Sind Sie schon einmal wirklich kreuz und quer durch die Stadt gefahren? Hier gibt es oft Stadteile zu erkunden, die die Familie noch gar nicht kennt. Und kennen Sie den Nachbarort eigentlich wirklich? Vielleicht ist der auch mal einen Ausflug wert?

Für Kinder ist auch ein reines Naturprogramm toll. Ein Tag am See oder am Fluss, vielleicht lassen Sie gemeinsam Schiffchen fahren? Oder Sie gehen gemeinsam die Schätze der Natur suchen? Der Holunder ist nun zwar fast verblüht, aber wie wäre es mit dem Ernten von wilden Brombeeren und danach einem gemeinsamen Marmeladekochen?

Und bei Regen? Da wird eben ein Indoor-Programm gemacht. Ab ins Spaßbad oder in den Hallenspielplatz. Oder in ein Museum? Auch ein Kinobesuch mit der ganzen Familie kann etwas ganz besonderes sein.

Das Wichtigste ist der Urlaub vom Alltag, Zeit für das Miteinander, zum Lachen, zum Quatschmachen, zum Kuscheln und für gemeinsame Erlebnisse – das ist auch zu Hause wunderbar möglich!

Hat noch jemand einen besonderen Tipp für einen gelungenen Urlaub zu Hause? Wir sind gespannt auf Kommentare!

Buchtipp: Marco Polo Reiseführer Balkonien

Freizeittipps und Ferienkalender mit Suche: http://www.familienkultour.de

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  • Anke T.

    Der Artikel ist gut und die Angebote sind auch klasse.
    Wir sind ein paar Mal mit den Kindern zu Hause geblieben, weil das Geld nicht reichte für Benzingeld und Ferienhaus.
    Das ging vielleicht ins Geld – also das Zuhausebleiben!
    Ich habe dann mal ausgerechnet, dass es sich die Waage hält:
    3 Wochen zu Hause die Kinder bespaßen ist mit Schulkindern genauso teuer wie eine Woche Ferienhaus in Dänemark (bei Kleinkindern kommt man sicher günstiger weg, wenn man 3 Wochen zu Hause bleibt.

    Bei Kindern, die das Schulalter erreicht haben, kommt dann doch der Vergleichsfaktor dazu („warum bleiben wir zu Hause und die Klassenkameraden fliegen in die Türkei?“ Ja, da versucht man dann als Elternteil zu rudern, um doch irgendwie mithalten zu können, denn die Kinder wollen ja in der Schule irgendwas erzählen. Und schwupps: Fährt man dann doch mal für 3 Tage die 100km zur Oma. (Benzingeld) Geht dort ins Schwimmbad und in Museen und zur Sommerrodelbahn. Dann fährt man (als Ferienhöhepunkt) in den Freizeitpark (Eintritt mit 4 Kindern ca. 100 EUR). Man schaut mit allen Kindern den neuesten Kinofilm an incl. Popcorn. Man kauft neue DVD´s, wenn die Kinder in den Zuhauseferientagen Miss Marple „16.15 Uhr ab Paddington“ bereits auf Englisch gucken, denn die deutsche Fassung haben sie nach 10x gucken auswendig drauf und selbst die 8-jährige gruselt sich nicht mehr, weil sie weiß, das Miss Marple überlebt. Da muss dann eben doch mal „Ice Age“ Teil 1-3 her.

    Das Schlimmste war für mich am Zuhausbleiben, dass ich eingefahrene Handgriffe einfach nicht lassen konnte.
    Im Ferienhaus können mir die Hände wegen Entzugserscheinungen zucken: Aber es ist keine Waschmaschine da. Und man schmeißt die Schmutzwäsche einfach in den Koffer. Eine Woche lang! Geil!
    Man hat eine Terrasse zum draußen sitzen, da können beim Frühstück und Abendbrot Krümel fliegen ohne Ende – fegen brauche ich nicht!
    Und dann 1 Woche Ferienhaus mit 100m bis zum Meer: Muss man ins Kino, damit die Kinder zufrieden sind? Nö. Sie schlendern abends nochmal an den Strand und schauen, ob die Sandburg vom Nachmittag noch steht.
    Dann gibt es noch das „Fremde Gegend-Phänomen“ – plötzlich brauchen die Kiddies keine DVD´s mehr, sie haben kein Bedürfnis, ins Kino zu gehen, ein Freizeitpark lockt sie nicht, denn sie tüfteln gerade an der nächsten Sandburg oder suchen nach Quallen und Seesternen.
    Erforschen, staunen und begnügen sich mit dem, was da ist.
    Lesen auf einmal.
    Schließen mit den wildfremden Kindern aus der Nachbarschaft Freundschaft.
    Und meine Mädels schrieben Ansichtskarten. Die Jungs, ähm, nicht.

    Finanziell hielt es sich für mich also die Waage (mit Schulkindern): Drei Wochen zu Hause waren genauso teuer wie eine Woche Ferienhaus in Dänemark.
    1. Vorteil gegenüber Zuhausebleiben: Die Schulkinder konnten in der Schule erzählen, dass sie „ganz in echt“ weg waren, in der „Ferne“, sogar im Ausland!
    2. Vorteil, und der entscheidende für mich: Erholung!!!! Wirklich Urlaub hat man mit Kindern nicht. Aber das „Programmmachen“ für die Kinder fiel nahezu komplett weg. Und damit hatte ich wenigstens ein bisschen Erholung und Tapetenwechsel für mich.

    Okay. Nun hatte ich eine Woche in Dänemark verbracht und musste doch 3 Wochen überbrücken. Ja, also in den anderen 2 Wochen ging ich arbeiten und Oma und Opa holten die Kinder in diesen 2 Wochen zu sich. Oder die Kinder gingen mal für zwei Wochen in den Schulhort (Den ich ja sowieso bezahle, auch wenn Ferien sind). Also Kosten gleich null, bzw. wie immer.
    Das Arbeitengehen mit Kindern im Hort bzw. bei den Großeltern war bedeutend weniger anstrengend als sich 3 Wochen permanent jeden Tag zu fragen: Was machen wir heute? Wie kann ich den Kindern den Tag schön gestalten? Obwohl ich fix und alle bin und Urlaub bräuchte?

    • Christine Finke

      Liebe Anke,

      vielen Dank für diesen ausführlichen und interessanten Kommentar! Besonders gefällt mir darin das „Fremde-Gegend-Phänomen“ ;). Und es stimmt, der soziale Faktor („Wie – Ihr wart nicht in Südfrankreich/Amerika/Italien!?“) ist auch nicht zu unterschätzen. Im Grunde geht’s ja darum, das Beste aus dem zu machen, was einem gerade möglich ist. Und da sind die Umstände eben stark unterschiedlich, je nach Familie.

      Herzlichen Gruss aus der Redaktion