Kinderzimmer für Zwei: die besten Ideen

Das Geschwister sich ein Zimmer teilen, ist gar nicht so selten. In Großstädten haben Familien oft keine andere Wahl und manchmal mögen die Kinder auch einfach gern die Nähe. Worauf sollte geachtet werden, wenn Kinder sich ihr Reich teilen? Wir haben die besten Tipps gesammelt.

„Mama, ich bin so froh, dass Maxi hier schläft, dann fühle ich mich gleich viel besser“, wenn die 6-jährige ihren schlafenden Bruder anguckt und sich gemeinsam mit ihrer Mutter freut, dann weiß Steffi, dass sie doch nicht alles falsch gemacht hat. „Ich bin ein Einzelkind, mein Mann hat zwar zwei Brüder, kennt es aber auch nicht, ein Zimmer zu teilen.“ Das Paar hatte zunächst Sorge, ob es gut geht, wenn sich zwei Kinder ihr Reich teilen. „Als Max geboren wurde, war Lene zwei Jahre alt, wir waren gerade in die neue Wohnung gezogen und hier in Hamburg können wir uns einfach gar keine größere Wohnung leisten“, sagt die Mutter. Bruder und Schwester haben ähnliche Bettzeiten, spielen gern miteinander und haben ein recht großes gemeinsames Zimmer.

Auch Jonas und Ben schlafen gern in einem Raum. Eigentlich wollten ihre Eltern die Jungen trennen, doch das kam für das Brüderpaar gar nicht in Frage.

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Doch nicht alle Kinder vertragen sich gut, manche stellt das Teilen auch vor eine besondere Herausforderung. Vor allem wenn die Kinder einen recht großen Altersunterschied haben oder sehr verschiedene Interessen, kann die Zwangs-Wohngemeinschaft die ganze Familie belasten.

Eltern helfen ihren Kindern am besten damit, dass sie das Teilen nicht in Frage stellen. Wer immer sagt: „Ach, ich hatte es als Kind ja besser“, erleichtert es dem Nachwuchs nicht, die Tatsachen zu akzeptieren. Ein geteiltes Zimmer heißt ja auch, dass ein Spielpartner da ist, ein Beschützer und ein Verbündeter gegen die Großen. Mit guter Planung kann auch ein geteilter Raum ein wunderbares Reich für zwei werden.

Die richtige Raumaufteilung

Welcher Raum dient überhaupt als Kinderzimmer? Wenn sich Geschwister den Platz teilen, sollte es nicht das kleinste Zimmer in der Wohnung sein. Falls der Raum eher eng ist, sollte möglichst viel ausgelagert werden. Kann vielleicht im elterlichen Arbeitszimmer noch ein Schreib- oder Basteltisch untergebracht werden? Könnte der Kleiderschrank in den Flur wandern oder ein Regal für Bücher und Spiele?

Wichtig - die richtige Raumaufteilung (© Thinkstock)

Platz zum Hüpfen (© Thinkstock)

Jeder Raum hat dank seiner Architektur ganz eigene Möglichkeiten. Ein eher breites Zimmer kann mit Raumteilern sehr gut in verschiedene Bereiche eingegrenzt werden. Wie wäre es mit einem Regal, das als Sichtschutz zwischen den Betten dient?

Kinder mögen es, wenn jeder seine eigenen Ecken hat. Das geht aber natürlich nur, wenn ausreichend Tageslicht im Zimmer ist. Eine Möglichkeit wäre es auch, ein Etagenbett in die Mitte des Raumes zu stellen, sodass jedes Kind eine Zimmerhälfte hat.

Unterschiede dürfen sein

Was aber, wenn die Aufteilung ungerecht ist? Wenn ein Kind einen eigenen Schreibtisch hat oder eines – weil die Architektur des Raumes es nicht anders zulässt – weniger Platz zum Spielen? Dann müssen Eltern klare Ansagen machen. Ein Schulkind braucht einen eigenen Arbeitsbereich und Ablagen für Schulmaterial. Hat ein Kind ein Hochbett und das andere braucht noch ein Gitterbett, so ist es nicht zu ändern, dass unter dem Hochbett mehr Spielraum ist. Wichtig ist, dass den Kindern klar wird, dass auch auf ihre Bedürfnisse geachtet wird.

Besonders schwierig ist es, wenn die beide Kinderzimmerbewohner ein großer Altersunterschied trennt. Ältere Kinder möchten gern am Wochenende länger schlafen und haben Spielzeug, das von kleineren schnell kaputt gemacht werden kann. Wenn das Legobauwerk, an dem stundenlang getüftelt wurde, einfach abgerissen wird, ist Streit vorprogrammiert. Hier hilft eine klare Aufteilung – und viele Aufbewahrungsmöglichkeiten. Eine Playmobilburg kann beispielsweise einen festen Platz auf einer Holzplatte haben, die nur bei Bedarf von einer Kommode herunter geholt wird – so ist das wertvolle Stück für 2-Jährige unerreichbar und der 5-Jährige kann auf Wunsch damit spielen. Wertvolle Sachen solten extra Orte bekommen.

Wichtig ist auch, dass die Kinder wissen, dass die Einteilung nicht starr ist und es auch Änderungen geben wird. Schließlich wird ja auch das Nesthäkchen mal ein Schulkind sein.

Betten können Spielstätten und Rückzugsorte sein

Viele Eltern bevorzugen bei geteilten Zimmern ein Etagenbett. Klarer Vorteil: so wird Platz gespart. Mit Vorhängen kann dafür gesorgt werden, dass jedes Kind sich zurückziehen kann. Das Bett des anderen sollte tabu sein, auch wenn Freunde eingeladen sind.

Trennen die beiden Kinder mehrere Jahre, so kann unter ein Hochbett auch ein Etagenbett geschoben werden. Mit Rutschen, Aufbauten oder kreativen Vorhängen können die Betten auch in Piratenburgen,Schlösser oder Geheimplätze verwandelt werden.

Wichtig ist, dass das ältere Kind oben schlafen sollte und ein Hoch- oder Etagenbett gut gesichert ist. Idealerweise sollte zu einem Modell gegriffen werden, dass sich auch zu zwei Einzelbetten umbauen lässt. Vielleicht ändert sich ja die räumlichen Möglichkeiten der Familie noch.

Farben sorgen für Harmonie

In einem Zimmer für zwei herrscht durchaus mal Streit, zum Beispiel, wenn Besuch da ist und das Kind ohne Besuch eifersüchtig wird oder einfach Langeweile hat. Eltern können für mehr Entspannung sorgen, wenn klar ist, dass ein Kind, das Besuch hat, das Zimmer nutzen kann und das andere dafür im Wohnzimmer basteln darf.

Für ein harmonisches Miteinander sorgt auch die Farbgebung eines Zimmers. Einheitliche Möbel, etwa gleiche Betten oder Schreibtische wirken ruhiger. Ein Zimmer kann auch einen Grundton – etwa durch helle Kiefernholzmöbel bekommen. Oder ganz bewusst in zwei Bereiche, etwa einen roten für die Tochter und einen blauen für den Sohn aufgeteilt werden, ganz nach Farbvorlieben der Kinder.

Mit diesen Tipps sollte das Miteinander im Kinderzimmer eigentlich gut klappen. Und wenn den Kindern, die sich umständehalber ein Zimmer teilen müssen, tatsächlich mal so richtig die Decke auf den Kopf fällt, dann bleibt ja immer noch die Möglichkeit, an die frische Luft zu gehen und sich dort ein bisschen auszutoben.

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