Gut und schnell kochen für Kinder

Kochexpertin Ira König verrät, wie Eltern Nerven und Geldbeutel schonen können. Denn leckeres Essen kann auch günstig und unkompliziert sein – hier die besten Tipps.

Familienalltag ist wunderschön – manchmal jedenfalls. Familienalltag ist Stress pur – manchmal jedenfalls. Was viele Eltern ziemlich nervt ist das tägliche Kochen. Gerade in den Zeiten der vielen Lebensmittelskandale ist der Griff zum Fertigessen schließlich mit schlechtem Gewissen verbunden. Doch was ist die Alternative? Jeden Tag hektisch im Supermarkt überlegen „Was koche ich bloß heute?“ und letztlich doch nur vier bis fünf verschiedene Gerichte kochen, so sieht es jedenfalls bei vielen aus.

Spieße für Gemüse-Muffel

Spieße für Gemüse-Muffel (© Thinkstock)

Natürlich macht es auch viel Spaß mit den Kindern zu kochen, gemeinsam über den Markt zu bummeln und die Zutaten für die Pizza zu schnippeln. Aber zwischen Kindergarten, Arbeit und Schwimmunterricht bleibt an Werktagen dafür selten  Zeit. Genauso wenig für neue oder exotische Gerichte.

„Eigentlich träumt jeder davon, mit möglichst wenig Kochen traumhafte Ergebnisse zu erzielen“, erklärt Ira König aus Hamburg. Die studierte Umwelt- und Gesundheitspädagogin ist leidenschaftliche Köchin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Sie schreibt Kochbücher. Ihre neuesten Veröffentlichungen sind  „Einfach gut & super günstig: Über 100 leckere und schnelle Gerichte für 1 bis 2 Euro pro Person“ und „Buchstabensuppe und Pausenbrot. Lieblingsrezepte kochen mit Kindern“. Die Expertin verrät ihre besten Tipps, mit denen Eltern Abwechslung auf den Tisch zaubern können – und gleichzeitig Stress reduzieren können.

Gute Planung schon Nerven und Geldbeutel

„Gute Planung ist alles“, betont Ira König. „Die meisten schmeißen viel zu viel weg.“  Sicher, die Verlockung beim Einkauf ist groß, rasch der Griff zu reduzierten XL- Packung und schon liegen überzählige Würstchen im Kühlschrank. Das Lauchgemüse schmeckte den Kindern nicht und so ruht auch eine halbe Stange im Gemüsefach, bis sie irgendwann in den Abfall wandert. Wer einmal nachrechnet, wie viel altes Brot, schrumpeliges Obst und vertrockneter Käse im eigenen Abfall landet – und was das für Geld gekostet hat, wird oft blass.

Um diese unnötige Ausgabe zu vermeiden und die eigenen Nerven zu schonen, sollte ein Wochenplan für das Essen aufgestellt werden, rät die Expertin. „Das spart Zeit und Geld“. Nur einmal in der Woche muss wirklich überlegt werden, was gekocht werden soll. Dabei können vor allem viele Rezepte eingeplant werden, die raffiniert auf einander aufbauen. Ganz noch dem Motto „Einmal kochen, vier Mal Schlemmen.“ Wer beispielsweise eine Tomatenhackfleischsoße in vierfacher Menge kocht, kann diese Soße direkt nach der Zubereitung zu Nudeln servieren. Am nächsten Tag kann dann ein Teil der Soße mit einer Dose Pizzatomaten und Aubergine eine neue Geschmacksnote bekommen und mit Kartoffeln zu einem griechischen Auflauf werden. Die anderen beiden Portionen werden eingefroren und können ein paar Wochen später die Grundlage für ein schnelles selbstgekochtes Essen bilden.

Wochenplan Essen

Gute Planung ist alles (© Thinkstock)

„Ein Wochenplan hat den Vorteil, dass so das Einkaufen einfacher wird und die tägliche Überlegung, was nun heute gekocht werden soll, wegfällt“, erklärt Ira König. Die ganze Familie kann in die Planung einbezogen werden.  „Jedes Kind hat spezielle Vorlieben“, weiß die Kochbuchautorin. Und diese dürfen natürlich berücksichtigt werden. Es ist aber auch wichtig, dass der Nachwuchs immer mal wieder Neues kennen lernt.

Einladung zum Restefest

Neben dem Kochen auf Vorrat ist auch eine gezielte Verwertung von Resten wichtig. Denn der Lauchrest kann mit altem Brot noch ein Auflauf für den hungrigen Papa am Abend werden. Sicher, die restlichen Nudeln rasch mit Eiern und Butter anbraten, das kennt jeder. Ist aber sehr fettig und kaum vitaminreich. Aber es gibt durchaus kreative Reste-Ideen. So können Reis- oder Grießbreireste  beispielsweise zu Nocken geformt, in Semmelbrösel gewendet und knusprig angebraten werden. Nach dem Braten kurz in Zucker und Zimt wälzen und mit Apfelmus servieren.  Die Tipps von Ira König:

  • Reste vom Kartoffelpüree werden mit Brühe, Milch, gedünstetem Lauch und Würstchen zu einer kräftigen Suppe.
  • Nudeln vom Vortag ergeben mit gebratenen Paprikastreifen, Fenchelsalami, Pinienkernen und Parmesan eine italienische  Nudelpfanne.
  • Gulaschreste werden mit Mais, Kidneybohnen und einer Prise Kreuzkümmel zu einem leckeren Tex-Mex-Auflauf. Besonders lecker: Mit Cheddar überbacken!

Keine Idee, was man aus einem Rest zaubern kann? Unter www. reste-essen.de  kann mit einer Suchmaske ein Rezept gesucht werden, dass genau zu den Zutaten im eigenen Kühlschrank passt. Auch das Verbraucherministerium bietet unter www.zugutfuerdietonne.de einen ähnlichen Service, sogar mit Gratis-App an.

Wenn Eltern es eilig haben

Weil es in Familien oft schnell in der Küche gehen muss, empfiehlt sich nicht nur das Kochen auf Vorrat, sondern auch eine Auswahl ein Gerichten, die einfach schnell auf dem Tisch stehen.  „Sehr praktisch ist Tiefkühlgemüse“, sagt Ira König. Mit kleinen Nudel und einem Paket „Gemüsemischung“ ist in weniger als zehn Minuten eine bunte Nudelpfanne gezaubert, die viele Kinder mögen.  Auch Geschnetzeltes und Gerichte aus dem Wok sind rasch zubereitet.

Tomaten-Eier-Omelett-Pfanne

Tomaten-Eier-Pfanne (© Thinkstock)

Fast jede Familie hat ihre eigenen raffinierten Schnellgerichte. Eine kleine Umfrage am Spielplatz ergab, dass eine Mutter auf Pfannkuchen schwört (den Teig bereitet sie oft schon am Abend vor), eine andere Käsespätzle bevorzugt und ein Vater seinen Lieben gern eine Couscous-Pfanne zubereitet.

Funktioniert bei Ihnen nicht, weil Ihr Nachwuchs nichts isst, das grün ist? Oder das Apfel heißt? Dann doch das Apfelmus kreativ in „Pfannkuchensoße“ umtaufen. Und pürierte Möhren unter die Tomatensoße schummeln. Ganz oft unterschätzen Eltern aber auch die eigenen Kinder. Denn die sind sehr neugierig und durchaus auch bereit Neues auszuprobieren.

„Eltern sollten diese Neugier nutzen“, erklärt Ira König. „Wenn die Kinder mitplanen, zubereiten und  in die Töpfe gucken dürfen, dann passiert vielleicht auch Überraschendes.“ Wie etwa ein kleiner Gemüsemuffel, der beim selbstgesteckten Schaschlik ganz vergisst, dass unter dem Ketchup Vitamine in Form von Gemüse verborgen sind.

Buchstabensuppe & Pausenbrot. Lieblingsrezepte kochen mit Kindern

Ira König
„Buchstabensuppe & Pausenbrot. Lieblingsrezepte kochen mit Kindern“

14,99 €, erschienen bei Thorbecke
ISBN: 978-3-7995-0724-0
88 Seiten, mit zahlreichen Fotos, Hardcover

Leseprobe und Inhaltsverzeichnis aus dem Buch

Bestellmöglichkeit: Mami to go bei Amazon  Amazon

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