Einmal Hausfrau – immer Hausfrau? Wiedereinstieg in den Beruf

Viele Frauen steigen steigen nach der Geburt erst mal aus, kümmern sich um den Nachwuchs und steigen dann wieder ein. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg und wie muss dieser organisiert werden, damit er auch gelingt? Ein Gastbeitrag vom LOB Magazin für berufstätige Mütter und Väter von Nicole Beste-Fopma.

„Eigentlich sind die Kinder jetzt groß genug. Eigentlich könnte ich jetzt wieder arbeiten gehen,“ meinte Claudia noch vor einem halben Jahr verhalten enthusiastisch. „Ich war so lange draußen, hab so viele Jahre nichts gemacht. Wahrscheinlich will mich eh keiner mehr.“

So wie Claudia geht es vielen Frauen. Denn die Frauen von heute wollen beides. Kinder und einen erfüllenden Beruf. Das heißt nicht, dass all diese Frauen, direkt nach der Geburt oder nach der Elternzeit wieder an den alten Arbeitsplatz zurück möchten. Viele steigen erst mal aus, kümmern sich um den Nachwuchs und steigen dann wieder ein. Daniela Sauermann von „Frauen-coachen-Frauen“ aus Berlin ist der Überzeugung: „Die Arbeitswelt entwickelt sich so rasant, dass es keinen Unterschied macht, ob Frauen drei Jahre oder länger aus dem Beruf aussteigen.“ Aber wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wiedereinstieg und wie muss dieser organisiert werden, damit er auch gelingt?

Los geht‘s!

Wer nach langer Pause wieder in den Beruf einsteigen möchte, stößt oftmals auf eine Vielzahl von Widrigkeiten. Es ist nicht immer einfach, eine Beschäftigung zu finden, die sich mit dem Familienleben vereinbaren lässt. So motiviert Sie auch sind, Ihre Flexibilität ist möglicherweise durch die Kinder eingeschränkt. Aber wie heißt es so schön: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!“ Sehen Sie Ihren Neuanfang als Chance.

Qualitäten als Familienmanagerin (© Thinkstock)

Qualitäten als Familienmanagerin (© Thinkstock)

„Frauen sollten einfach mal den ersten Schritt machen. Nicht zu lange grübeln“, rät Elke Flettner, LOB-Beraterin und Wiedereinstiegscoach aus Alzenau überzeugt. „Natürlich nicht ganz planlos, aber wer zu viel nachdenkt, stößt immer wieder auf mentale Hindernisse, die vielleicht in der realen Welt gar nicht existieren.“

Was heißt hier: „nur Mutter“ oder „nur Vater“?

Wir alle kennen den Familienmanagerinnen-Werbespot von Vorwerk. Eine Familienmanagerin oder ein Familienmanager muss unternehmens-, in diesem Fall familienbezogen, denken und handeln, sie muss planen, koordinieren und die Umsetzung kontrollieren. Entscheidungen fällen, delegieren, führen, motivieren und noch vieles mehr. Alles Managementfähigkeiten, die für den beruflichen Alltag von großer Bedeutung sind. Wer sich das vor Augen hält, wird bei einem Bewerbungsgespräch ganz anders auftreten können und nicht mehr wie Claudia sagen: „Ich war nur zu Hause und habe eigentlich nichts gemacht“, sondern: „In der Zeit zu Hause habe ich genau die Fähigkeiten entwickelt, die Ihr Unternehmen sucht!“

Kinderbetreuung regeln

Nur wer seine Kinder gut betreut weiß, kann sich auf die Arbeit konzentrieren. Eine zuverlässige Kinderbetreuung ist daher die Grundvoraussetzung für einen gelungenen Wiedereinstieg. Und es geht dabei nicht nur darum, dass die Kinder versorgt sind, während man selbst erwerbstätig ist, sondern darum, dass die Kinder in ein liebevolles Umfeld kommen und nach Möglichkeit sogar noch individuell gefördert werden. Viele Unternehmen bieten bereits Unterstützung bei der Organisation der Kinderbetreuung an und verfügen über einen Ansprechpartner im Unternehmen, der Sie bei der Suche nach der idealen Betreuungsform unterstützt. Aber die Bandbreite der Möglichkeiten zur Kinderbetreuung ist beliebig groß und so individuell wie die Kinder selbst. Sie reicht von einer Lösung mit einem Au-pair-Modell über die Kinderfrau bis hin zur Tagesmutter. Auch denkbar ist eine Kombination aus Kindergarten und Au-pair bzw. Tagesmutter, wenn beide Elternteile in Vollzeit erwerbstätig sind. Oder Tagesmutter und Au-pair, solange der Nachwuchs noch nicht im Kindergarten oder in der Schule ist. Claudias Kinder sind beide schon in der Schule, die eine verlässliche Ganztagsbetreuung bietet.

Aber auch wenn die Kinder rein theoretisch den ganzen Tag gut betreut sind, muss der Ausnahmefall mit einkalkuliert werden. Denn was ist, wenn das Kind krank wird? Können Sie dann von zu Hause aus arbeiten? Wohnen die Großeltern in der Nähe und könnten dann einspringen? Wie sieht es mit dem Partner aus? Kann der mal Zuhause bleiben oder von Zuhause aus arbeiten? Oder haben Sie Netzwerk auf das Sie zurückgreifen können?

Durchhalten!

In den wenigsten Fällen klappt der Wiedereinstieg sofort. Und wenn er dann geklappt hat, ist es oft auch nicht genau so, wie man es sich vorgestellt hat. In beiden Fällen heißt es: „Durchhalten! Das wird schon!“ Fragen Sie doch mal Ihre Kollegen, wie bei ihnen die Vereinbarkeit funktioniert. Sie werden ganz schnell feststellen, dass bei niemandem alles Gold ist, was glänzt. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, aber jeder hat auch wieder eine andere Idee, wie diese Herausforderungen gemeistert werden können.

Claudia hat den Wiedereinstieg geschafft. Seit einigen Wochen arbeitet sie als Assistentin der Geschäftsführung in Teilzeit. „Es war eine Herausforderung, wieder arbeiten zu gehen. Besonders innerhalb der Familie. Alle waren es immer gewohnt, dass ich da bin und alles mache. Plötzlich müssen aber alle mit anfassen. Klar, dass das nicht immer auf Begeisterung stößt, aber ich sehen auch, wie stolz die Kinder sind, wenn sie wieder etwas ganz alleine geschafft haben,“ erzählt Claudia stolz. „Und endlich wieder eigenes Geld zu verdienen, macht mich zufriedener!“

Ein Gastbeitrag vom LOB Magazin für berufstätige Mütter und Väter

Autorin: Nicole Beste-Fopma

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