Blog der Woche: Interview mit Anna von Berlinmittemom

Heute: Anna Luz de León alias Berlinmittemom über ihr Leben, ihre Familie, und was sie am Bloggen so faszinierend findet.

1) Wer bist du?

Seit April 2012 bin ich BerlinMitteMom, und aus BerlinMitteMom ist inzwischen so etwas wie mein Alter Ego geworden: Eine Berliner Mitte-Mutter, die im Netz schreibt, fotografiert, Geschichten erzählt, Erfahrungen teilt, diskutiert, ihren Spleens nachgeht (wie beispielsweise der Neigung mit dem Essen der Kinder zu spielen und das dann als kreative Brotboxen zu deklarieren) und regelmäßig die Marotten ihrer 3 Kinder nacherzählt.

Im echten Leben bin ich Anna Luz de León, Autorin (gerade mit meinem ersten Kinderbuchprojekt befasst), Mutter, glücklich verheiratet, gebürtige Rheinländerin, seit 10 Jahren aber Berliner Zujezogene aus vollster Brust.

Bentoboxen à la Berlinmittemom

Bentoboxen à la Berlinmittemom

2) Was ist das Besondere an deinem Blog?

Ich denke, es ist das, was man heutzutage gerne Authentizität nennt. Das bin wirklich ICH da auf Berlinmittemom, das sind meine Gedanken, meine Geschichten, meine Bilder. Außerdem macht vielleicht die Vielfalt mein Blog zu etwas Besonderem, denn auch das bin ich: Berlinmittemom ist kein Bastelblog, kein Foodblog und kein Reiseblog, wenn ich aber Lust zum Basteln habe, blogge ich vielleicht darüber.

Ich koche leidenschaftlich gerne, und das fließt genauso in mein Blog ein wie möglicherweise Bilder von einer Reise oder quere Gedanken auf einer Familienfeier. Außerdem spiegelt das Blog auch meine Meinung zu den mir wichtigen gesellschaftlichen Themen wieder, wie jüngst zum Twitter Hashtag #Aufschrei oder der Studie zu Deutschlands Kinderlosigkeit. Im Fokus sind aber so gut wie immer (meine) Kinder. Deshalb auch das -Mom hinter BerlinMitte.

3) Wie stellst du dir deine Leserinnen und Leser vor?

Einige meiner Leserinnen und Leser kenne ich ja tatsächlich und stelle immer wieder fest, wie bunt die Vielfalt derer ist, die Berlinmittemom lesen. Da sind natürlich viele Eltern, vor allem Mütter, die sich in den Geschichten wiederfinden, aber auch kinderlose Frauen, jüngere wie ältere, die mögen, was ich auf Berlinmittemom tue.

So stelle ich mir das vor: dass meine Texte und Beiträge meine Lesenden erreichen, unterhalten, im besten Fall berühren. Dass das alles lachende, diskutierende, kommentierende Menschen sind, die sich freuen, auf mein Blog zu klicken, dort etwas zu finden, was sie betrifft und möglicherweise ein bisschen was aus meinem Leben in ihres mit zu nehmen.

Fasnacht bei Berlinmittemom

Fasnacht bei Berlinmittemom

4) Wer oder was inspiriert dich?

Die größte Inspirationsquelle sind sicherlich und zu allererst meine drei Kinder. In meinem Leben mit dem Herzensmädchen, dem Lieblingsbub und dem Goldkind gibt es nie Stillstand, nie Langeweile und stets einen wippenden, tanzenden, taumelnden Tagesrhythmus. Durch diese drei bin ich ständig herausgefordert und mit Ideen immer geradezu bombardiert. Und wahlweise auch mit jeder Menge Playmobilfiguren.

Seit ich regelmäßig blogge haben sich allerdings zusätzlich unzählige Quellen der Inspiration für mich aufgetan, die ich schätzen und lieben gelernt habe: die Blogs und Magazine anderer netzaktiver Menschen, vor allem aber die Blogs anderer Frauen, mit und ohne Kinder. Es ist für mich unfassbar wertvoll, auf diese Weise mit anderen Menschen in Berührung zu kommen und mit einigen auch zu bleiben. Das Vernetzt-Sein ansich ist Inspiration – bei anderen lesen, kommentieren, mich verlinken – das ist einfach nur großartig.

5) Was ist deine Lieblingsbeschäftigung online?

Ich würde ja sagen: bloggen, aber da das nie im luftleeren Raum geschieht, gehört natürlich viel mehr dazu – ich lese auch furchtbar gern und ausführlich meine Lieblingsblogs, wo ich natürlich meinen Senf hinterlassen muss. Nicht zu vergessen die Abstecher zu Pinterest.

Außerdem bin ich eine totale Online-Shop-Durchstöberin. Wenn eine dreifache Mutter die Wahl hat zwischen einem Shoppingtrip mit mehrfachen Toilettenbesuchen, Abstechern zu Sandkästen und Eisläden, Diskussionen vor der Quengelware und diversen Schiedssprüchen zwischen zankenden Geschwistern ODER einem ruhigen Surf zu den feinsten, kleinsten Lieblingslädchen, dann… Tja, was soll ich sagen? (Ich verschweige an dieser Stelle mal, wie süchtig ich mich in meine Twitter-Timeline versenken kann, das mach ich nämlich immer heimlich zwischendurch. Und vorher. Und hinterher auch.)

Berlinmittemom im Blumenmeer

Berlinmittemom im Blumenmeer

6) Was ist das Beste am Bloggen?

Ich habe angefangen, mein Schreiben für ein Blog aufzubereiten, als ich feststellte, dass meine Facebook-Status-Updates mir keinen ausreichenden Raum mehr boten. Neben dem täglichen Schreiben, das permanent durch meine entzückenden Kinder und ihre Belange unterbrochen wurde, „bloggte“ es eigentlich schon ständig in meinem Kopf. Also habe ich mich entschlossen, das tatsächlich aufzuschreiben und ins Netz zu stellen: BerlinMitteMom, die virtuelle Blog-Mutter war geboren.

Der Effekt auf mein Offline-Schreiben und mein analoges Leben war geradezu therapeutisch, ich war quasi getröstet über die unstete, immer wieder zerteilte Schreibzeit und meine Familie war glücklich über meine neue Ausgeglichenheit. Es war herrlich!

Inzwischen ist das Schreiben meines Blogs längst zum Selbstzweck geworden: Ich sehe an Emails, Leserzahlen und Kommentaren, wen ich alles erreichen kann und was sich daraufhin alles bewegt. Ich kriege jeden Tag neuen Input von meinen Leserinnen und Lesern und ganz viel davon fließt wieder in mein Schreiben zurück. Bloggen ist nicht nur „mein Senf“, den ich einfach ins Netz schieße. Es ist längst eine Art vielstimmiger Dialog mit anderen Menschen geworden, mit Lesenden und Schreibenden, mit anderen Bloggerinnen und ganzen Netzwerken. Es ist etwas Lebendiges.

Und da treffen sich die virtuelle BerlinMitteMom und die ganz analoge Anna Luz de León wieder: das Beste ist, mit anderen Menschen zusammen zu kommen, virtuell und im echten Leben.

Berlinmittemom gibt es auch bei Facebook und auf twitter.

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