Fläschchen für das Baby: 12 Tipps zum Füttern und Zubereiten von Milchnahrung

Nicht immer ist Stillen möglich. Dann ist das Fläschchen die Alternative. Die gute Nachricht: auch mit Ersatznahrung kann das Baby prächtig gedeihen. Hier die wichtigsten Tipps zu Pre-Nahrung und Fläschchen.

Dem Baby nah sein, es richtig versorgen und optimal ernähren – das möchte jede Mutter. Und dass Stillen und Muttermilch das Beste sind, wissen Eltern heute auch. Eine positive Entwicklung, denn in den 60er und 70er Jahren galt es als normal, Babys mit Milchpulver zu füttern. Heutzutage möchten die meisten Mütter Ihr Baby stillen – aber nicht immer haben sie die Wahl.

Buchautorin Regina Masracchia ist eine Mutter, die diese Erfahrung machen musste. Sie konnte Ihr zweites Kind nicht stillen und hatte das Gefühl, dass sie missbilligende Blicke bekam, wenn Sie die Flasche und Milchpulver auspackte. Sie bezeichnet das in einem Interview der Zeitschrift Eltern als „Still-Druck“ und sagt: „Nicht-Stillen hat viele Facetten, niemand sollte sich dafür rechtfertigen müssen.“

Es gibt Mütter, etwa Diabetikerinnen, die nach der Geburt Medikamente zu sich nehmen, die das Stillen nicht erlauben. Manchmal ist eine Brust zu sehr entzündet, ein Baby mag nicht richtig trinken oder die Mutter möchte einfach nicht stillen. Sicher, oft können Stillberaterinnen helfen. Aber nicht immer.

Die beste Alternative zum Stillen ist das Abpumpen von Muttermilch, doch bei Frauen, die Medikamente nehmen, geht dies nicht. Manchmal ist das Abpumpen auch sehr mühselig oder es bildet sich nicht genug Milch. Wie gut, dass es mittlerweile sehr gesunde Milchnahrung gibt.

Papa füttert Baby mit Milch im Fläschchen

Fläschchen geben – Blickkontakt ist wichtig (© Thinkstock)

Hier das wichtigste rund um das Fläschchen auf einen Blick:

– Flaschenzeit ist Kuschelzeit: Enger körperlicher Kontakt ist für Babys wichtig. Kinder beim Füttern in den Arm nehmen, auch mit nacktem Oberkörper, so dass das Baby die Haut von Mama riecht und Mama Babys Duft einatmen kann. Der Säugling kann so Mamas – oder Papas – Herzschlag hören, das sind Töne, die es noch aus dem Mutterleib kennt. Auch ältere Babys sollten die Flasche nicht allein halten, sondern die volle elterliche Aufmerksamkeit bekommen.

– Nach Bedarf: Auch Fläschchenkinder können wie Stillkinder nach ihrem Bedarf gefüttert werden. Am besten mit Muttermilch. Gut geht es auch mit Pre-Nahrung, die der Muttermilch am ähnlichsten ist.  Sie besteht aus dem Kohlenhydrat Milchzucker (Laktose) kann gut vertragen und verdaut werden. Mit dieser Art von Kohlenhydraten kann ein Kind nicht überfüttert werden und kann sich satttrinken. Nachteil: wie bei  Stillbabys kann es sein, dass das Baby oft gefüttert werden möchte.

– HA-Pre-Milch für Allergiekinder: Am besten ist auch hier die Muttermilch. Alternative ist bei allergiegefährdeten Säuglingen Nahrung mit probiotischen Zusätzen. Ist das Kind tatsächlich Allergiker, sollte es eine Spezialernährung bekommen: HA-Pre-Milchpulver. Hier ist das Eiweiß speziell behandelt, so dass es an Allergeniät verloren hat. Unbedingt mit Hebamme und Kinderarzt absprechen.

– Milchpulver „Typ 1“ oder „B“: Sämiger und sättigender als Pre-Milch. Belastet aber die Verdauung von Säuglingen mehr. Hebammen empfehlen Pre-Nahrung, da bei „Typ 1“ und „B“ dem Pulver Stärke zugefügt wird. Nachteil: Trinkt das Baby mehr als angegeben besteht die Gefahr, dass es zuviel Kalorien zu sich nimmt.

– Folgemilch: Nach dem Stillen noch ein Zwischenschritt? Hier raten Hebammen ab. Nach dem Stillen sollte die Beikost eingeführt werden. Ebenfalls nach der Pre-Milch, denn Folgemilch sättigt stark, da ihr Stärke und Kohlenhydratmischungen beigemischt werden.

– Zubereitung des Fläschchens: Bei der Zubereitung immer genau auf die Dosierungsanleitung achten. Dazu am besten einen kleinen Messbecher oder eine digitale Waage verwenden. Leitungswasser ist dann für Säuglingsnahrung geeignet, wenn es vorher abgekocht wurde und abgekühlt ist. Auch stilles Wasser mit dem Etikett „Zur Herstellung von Babynahrung geeigntet“ kann verwendet werden.

– Glas- oder Kunststoff? Was praktischer ist, können Eltern selbst entscheiden. Glasflaschen sind sehr gut auszukochen, sehen lange ansehnlich aus, sind aber auch schwerer und zerbrechlicher. Kunststoff ist praktischer, wichtig ist allerdings darauf zu achten, dass die Flaschen hochwertig und schadstofffrei sind.

– Latex- oder Silikon? Silikonsauger sind robuster und halten länger. Latex geht schneller kaputt, ist jedoch elastischer und gibt mehr nach. Unbedingt die altersentsprechende Saugergröße wählen und möglichst in einer Form, die  der Brustwarze ähnlich ist. Kleinstes Loch („Teesauger“) bei Neugeborenen bevorzugen, damit das Baby nicht zuviel schluckt. Sauger etwa alle fünf Wochen austauschen.

– Sterilisieren: In den ersten sechs Wochen sollten Flasche und Sauger gründlich sterilisiert werden, nach jeder Mahlzeit. Entweder in einem speziellen Sterilisator oder in einem Topf mit kochendem Wasser zehn Minuten kochen lassen.

– Reste von Milchnahrung: Auf keinen Fall dürfen Milchreste aufbewahrt werden. Hier können sich Keime bilden! Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist ausdrücklich darauf hin, dass Säuglingsnahrung immer frisch zubereitet werden sollte. Mehr Informationen hier unter brf.bund.de.

– Fläschchen Abkühlen: Vor dem Füttern die Milch immer ausreichend abkühlen lassen. Als Test ein paar Tropfen auf das innere Handgelenk tropfen.

– Blähungen meiden: Oft trinken die Minis bei der Flasche zuviel Luft mit und quälen sich dann mit schmerzhaften Blähungen. Darum bei der Zubereitung darauf achten, dass keine Luftblasen entstehen. Trinkt das Kind zu hastig, einen Sauger mit kleinerem Loch wählen. Nach der Mahlzeit ein Bäuerchen in aufrechter Haltung machen lassen.

– Nachts- oder auf Ausflügen: Am besten abgekochtes Wasser in einer Thermoskanne und eine Flasche mit bereits dosiertem Pulver. Wichtig: eine spezielle Kanne reservieren, Babys mögen keinen Kaffee- oder Teegeschmack.

Buchtipp: Regina Masaracchia: „Wie du stillst nicht?“ Ein Praxisbuch für Mütter, die nicht stillen wollen oder können. Kösel, 15,99 Euro. 978-3466345663 (Erhältlich ab Ende November 2012).

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