Erinnerungsstücke an die Babyzeit kreativ aufbewahren

Kindheitserinnerungen sind wertvolle Schätze. Aber sie stellen Eltern auch vor eine schwere Aufgabe: Was soll denn für die Zukunft aufgehoben werden? Wir haben die schönsten Ideen gesammelt.

Komische kleine Plüschaffen mit Plastikgesichtern werden wieder in Spielzeugläden gesichtet. So einen Monchichi hatte ich doch auch… Beim nächsten Besuch im Elternhaus erklimme ich den Dachboden und finde in einer Kiste alte Stofftiere, Puppen und Lieblingsbücher. Daneben noch eine Kiste mit der Aufschrift „Basteleien“. Meine Kinder sind begeistert, wir stöbern und kichern und die Puppe Jenny darf sich nun freuen, wieder bespielt zu werden. Meine alten Spielsachen sind Schätze.

Aufbewahrung für Babysachen und Erinnerungen von Bespoke Memory Frames (© Erika Glanville)

Aufbewahrung für Babysachen und Erinnerungen von Bespoke Memory Frames (© Erika Glanville)

„Alte Spielsachen, die des Aufhebens wert sind, sind meist mit guten persönlichen Erinnerungen und Gefühlen aus der eigenen Kindheit besetzt“, sagt Hein Retter, emeritierter Professor für Allgemeine Pädagogik von der Technischen Universität Braunschweig in einem Interview. Aufbewahrte Dinge haben ihre eigene Geschichte. Heute freue ich mich sehr über die Fundstücke von mir als Kind. Doch gleichzeitig stellen die Erinnerungen mich auch für eine gar nicht so leichte Aufgabe: Was sollte als Souvenirs aus der Baby- und Kinderzeit von meinem Nachwuchs aufheben?

Welche Dinge haben „Sammlerwert“?

Es gibt Menschen, die sind die geborenen Sammler und horten einfach alles. Doch oft ist das gar nicht möglich – wer hat schon so viel Stauraum, dass jede Kinderzeichnung aufbewahrt werden kann? Und welches Kind möchte später als Erwachsener wirklich zehn Kilo Lego, vierzig Mappen mit gekritzelten Männchen und stapelweise Schulbücher haben? Wahrscheinlich sollten Eltern sich einfach fragen, was sie selbst gern behalten möchten. Und was für sie selbst ein Schatz ist. Auf den materiellen Wert kommt es nicht an. Aber auf die Erinnerung. Das erste gezeichnete Bild, das einen Menschen zeigt. Die erste Haarlocke. Lieblingskuscheltiere oder Lieblingsspielzeuge. Die ersten Schuhe oder die ersten Milchzähne (falls die Zahnfee die wieder herausrückt).

Hier eine kleine Liste mit möglichen Erinnerungsstücken:

  • Das erste Ultraschallbild
  • U-Untersuchungsheft
  • Namensarmband aus der Geburtsklinik
  • Erste Anziehsachen
  • Erstes Paar Schuhe
  • liebstes Babyspielzeug
  • Taufkerzen
  • ausgewählte Bastelarbeiten
  • Kinderzeichnungen
  • Lieblingsbücher
  • Kuscheltiere
  • Hand- und Fußabdrücke
  • Erste geschriebene Briefe
  • Fotos

Sammelkisten, Koffer und Zeitkapseln

Doch wohin mit den wunderbaren Souvenirs? Wie wäre es damit, eine besondere Holzkiste zu bauen oder einen nostalgischen Koffer zu erwerben und diese mit den Erinnerungen zu füllen? Am 18. Geburtstag bekommt das Kind dann ein ganz einmaliges Geschenk und kann entscheiden, was damit passiert. So ein Koffer oder eine Kiste hat mehrere Vorteile: Der Platz ist beschränkt, so wird nicht zu viel aufgehoben – gleichzeitig ist klar, wo besondere Stücke hinwandern.

Eine Alternative dazu sind kleine Zeitkapseln: die ersten Socken, Strampler, Schnuller und andere Dinge – etwa eine Zeitung – aus dem Geburtsjahr in einen kleinen Karton legen und mit Jahr beschriften. Es muss nicht für jedes Jahr einer sein, aber jeder Karton ist eine kleine Zeitkapsel, die für eben dieses Jahr steht. Mit ganz persönlichen Erinnerungen.

Abdrücke der besonderen Art

Kinderhände wachsen so schnell. Die runden Grübchen der patschigen Kleinkinderhand verschwinden spätestens im Grundschulalter. Wie wäre es, jedes Jahr Hand- und Fußabdrücke zu machen? Nebeneinander eingerahmt, geben sie ein tolles Bild ab. Eine Alternative dazu sind Gipsabdrücke. Man kann spezielle Bastelsets erwerben oder aber jemanden damit beauftragen. Auch das sind einmalige Kunstwerke.

Gipsabdrücke sind einmalige Kunstwerke (c) diegipserei.at

Gipsabdrücke sind einmalige Kunstwerke (c) diegipserei.at

Lieblingsstücke originell aufbewahren

Die ersten winzigen Strampler, das Lieblingskleid, dass die 3jährige eigentlich nie ausziehen wollte und der heißgeliebte Dino-Pulli. Es gibt Kleidungsstücke, von denen sich Eltern einfach nicht trennen mögen. Aber Aufbewahren für die Zukunft?

Eine Möglichkeit ist es, die schönsten Stücke einzurahmen. Die ersten Schuhe, der Mini-Body und dazu ein Kuscheltier sind toller Wandschmuck. Rahmen, die gefüllt werden können sind in Möbel- und Kaufhäusern erhältlich.

Eine Alternative für Mutige kommt aus den USA. „Baby Memory Quilts“ heißen selbstgenähte (oder in Auftrag gegebene) Decken, die aus dem Stoff von Lieblingsstücken genäht werden. Wer es selbst macht, muss wirklich kurz die Luft anhalten, denn zunächst fällt es nicht leicht, die kleinen Kleidungsstücke mit der Schere zu zerschneiden. Doch das Ergebnis ist eine Kuscheldecke, die als Erinnerungsstück für die Kinder dient.

Baby Memory Quilt (c) Christy Waller, pinterest

Baby Memory Quilt (c) Christy Waller, Pinterest

Fotos und Filme

Eltern von heute haben meist Fotoalben aus ihrer Kindheit. Doch im Zeitalter der digitalen Fotografie wird die nächste Generation vermutlich umfangreiche Bild-CDs oder einfach ein paar Speichersticks mit vielen, vielen Aufnahmen erhalten. Eine Alternative dazu sind Fotobücher: Jedes Jahr die schönsten Bilder in so einem Buch festhalten.

Oder von Anfang an ein Fotoprojekt planen? Wer sein Kind einmal in der Woche in immer der gleichen Position fotografiert, kann so eine beeindruckende Fotoserie schaffen. Auch kurze Filme können toll sein, wie das Beispiel eines holländischen Vaters auf youtube zeigt:

Jetzt sind wir neugierig. Was heben die liliput-lounge Leserinnen und Leser auf? Und wie? Wer mag in einem Kommentar berichten?