Ahornsirup ist für Babys tabu

Die meisten Eltern wissen, das Honig für Kinder im ersten Lebensjahr verboten ist. Doch auch Ahornsirup gehört auf keinen Fall auf den Speiseplan von Babys.

Die beliebten Süßungsmittel sind Rohkostprodukte und können Sporen des Bakteriums Clostridium botolinum enthalten. Im kindlichen Darm könnte sich der Keim vermehren und ein gefährliches Gift bilden. Solche Lebensmittelvergiftungen mit Clostridium botulinum, die den so genannten Botulismus auslösen, sind in Deutschland zwar sehr selten, führen aber oft zu sehr schweren Lähmungen und auch zu Atemlähmungen, die tödlich sein können. Kommt der Keim in den Darm eines Babys, kann er dort zu Säuglingsbotulismus führen, da die Sporen im Darm auskeimen können.

Ahornsirup ist für Babys tabu (© Thinkstock)

Ahornsirup ist für Babys tabu (© Thinkstock)

Ist ein Säugling infiziert, zeigt er Muskelschwäche, kann kaum den Kopf halten und hat Atemschwierigkeiten. Eine rasche intensiv-medizinische Behandlung ist sofort nötig.

Das Robert Koch-Institut meldete 2010 vier Fälle von Botulismus, 2011 neun, 2012 keinen und im ersten Halbjahr 2013 vier Erkrankungen in Deutschland. In den letzten 12 Jahren, seit 2001, wurden 106 Botulismus-Erkrankungen gemeldet, sechs Fälle betrafen Säuglinge. Zuckerrübensirup ist für Kinder nicht gefährlich – er fördert allerdings Karies und hat so wenig Nährstoffe wie Zucker.

  • xoni

    Rohkostprodukt? Kann doch gar nicht sein! Aheornsirup wird stundenlang durch Kochen eingedickt.
    Aber… ich habe zur Sicherheit mal Wikipedia konsultiert: „Neuerdings wird auch Umkehrosmose
    verwendet, um den Sirup herzustellen. Farbe und Geschmack eines so
    hergestellten Sirups unterscheiden sich allerdings vom Originalprodukt.“ *Dieser* Sirup wäre dann der einzige, auf den die obige Warnung anzuwenden sein könnte. Vermutlich wäre er auch sündteuer und stolz als „Rohkost-Qualität“ gekennzeichnet. Und sehr, sehr hell.

    Faustregel: Dunkler Ahornsirup ist karamellisiert (durch erhitzen!) und – in Maßen – wie eine Süßigkeit eben – auch für die Jüngsten okay.

    • Christian Schulz

      Vielen Dank für Ihre Ergänzung!