Lieferschwierigkeiten von Grippeimpfstoff

Immer noch herrscht Unklarheit darüber, wann der geeignet Grippeimpstoff in Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein eintrifft.

Die Erkältungssaison hat begonnen. Doch viele Ärzte können ihren Patienten keine Grippeimpfung anbieten. Immer noch ist der Grippe-Impfstoff nicht verfügbar. Betroffen sind die Bundesländer Bayern, Schleswig-Holstein und Hamburg. Dr. med. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden erläutert:

„Die Grippeimpfung sollte zwischen September und November verabreicht werden. Dieser Zeitraum verkürzt sich nun durch die Lieferverzögerungen um mindestens ein Drittel, für die meisten sogar noch erheblich stärker, da im Moment noch gar nicht absehbar ist, wann genügend Grippeimpfstoff zur Verfügung steht“.

Betroffen vom Mangel an geeigneten Impfstoffen sind vor allem ältere Patienten und solche, die an einer chronischen Krankheit leiden, da diese Risikogruppe meist ein geschwächtes Immunsystem habe. Max Kaplan, Präsident der Bayrischen Landesärztekammer, rechnet folglich in diesem Jahr mit mehr Influenza-Erkrankten, als üblich.

Für die Lieferung des Grippeimpfstoffs bestanden in den drei Bundesländern in diesem Jahr erstmals Rabattverträge mit den Impfstoffherstellern. Nun gibt es Engpässe: Bis Ende November kann die Firma Novartis Vaccines nicht liefern. Für die Zeit des Lieferengpasses sollen Ersatzimpfstoffe angeboten werden. Das Problem dabei: In der Kürze der Zeit können auch diese Hersteller die geforderten Mengen nicht hergestellen, weshalb immer noch nicht ausreichend Serum in den Apotheken vorhanden ist. Am 1. Oktober gab die AOK Nordwest bekannt, dass es auch bei den Ersatzstoffen zu Verzögerungen bei der Lieferung in Hamburg und Schleswig-Holstein gekommen sei. Zudem würden zwei der alternativ angebotenen Impfstoffe zu Lokalreaktionen an der Injektionsstelle führen, kritisiert das Robert-Koch Institut. Dabei könne es zu Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen kommen.

Verlässliche Informationen darüber, wann der geforderte Impfstoff oder eine qualitiv ähnliche Alternative eintrifft, gibt es bislang noch nicht. „Für die Patienten ist dieses Chaos nicht ohne Risiko“, so Wesiack.

In den vergangenen Jahren war es nie zu Lieferschwierigkeiten gekommen. Die Ärzte konnten den benötigten Impfstoff ohne Probleme bei den Apotheken bestellen.

Impfstoffe und Spritze

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Quelle: grippe-info.de