Tina (29) reiste mit Jule (7 Monate), Papa Dirk und Oma und Opa nach Dänemark:
Urlaub mit drei Generationen
„Die Idee, gemeinsam mit meinen Eltern weg zu fahren, fanden wir einfach genial: Da die Großeltern sonst so weit weg wohnen, eine tolle Möglichkeit, das Enkelkind so richtig kennen zu lernen. So ganz nebenbei war auch natürlich der Effekt geplant, dass Dirk und ich viel Zeit für uns hätten.
Wir mieteten gemeinsam ein Haus am Roskilde-Fjord, landschaftlich ist da echt schön und als Kind war ich da öfter. Das Haus war groß und hatte drei Schlafzimmer – aber leider war es sehr hellhörig. Nicht so praktisch. Im Endeffekt war der Urlaub nämlich ziemlich stressig. Jule bekam gerade Zähne und schrie viel. Sie mochte ihren Brei nicht recht essen, aber das Stillen allein reicht nicht mehr. Zum nörgelnden grantigen Baby gesellten sich Erwachsene mit Schlafmangel.
Meinen Eltern wollten die Kleine nicht alleine haben, sondern hatten sich eher vorgestellt, dass wir alle zusammen Ausflüge machen. Nach einer Woche gab es einen richtig schlimmen Streit. Irgendwie war das aber ein klärendes Gewitter, denn wir hätten alle zusammen unsere Erwartungen an den Urlaub besser absprechen müssen.
Danach haben wir die Tage geplant. Alle gemeinsam etwas unternommen oder aber auch mal nur wir drei, als Kernfamilie, so dass Oma und Opa mal ausschlafen konnten. Danach war die Stimmung etwas besser. Vielleicht machen wir noch einmal gemeinsam Urlaub – aber nicht mehr in einem Haus. Das war einfach viel zu viel Nähe auf einmal.“
Wiebke (32) war mit Florian (9 Monate), Mann Moritz in Spanien
Auf der Jagd nach dem fischfreien Gläschen
„Eigentlich waren wir sicher, dass der Urlaub mit Florian unproblematisch wird. Denn wir waren schon oft mit ihm verreist. Als er gerade mal drei Wochen alt war, stand die erste Wochenendreise an. Er mag Auto fahren und guckt gern aus dem Fenster.
Warum sollte das Fliegen also anders werden? Der Flug nach Barcelona war ja nicht so lang. Dann war es aber etwas anstrengend im Flugzeug. Ich hatte mich rechtzeitig erkundigt und häufiger mit der Fluggesellschaft telefoniert. Es gibt zwar auf Langstreckenflügen spezielle Babybettchen, aber bei kürzeren Flügen müssen Babys auf den Schoss, und nur wenige Autositze sind zugelassen. Wir hatten da Glück mit dem Römer Baby Safe, aber ehrlich gesagt finde ich es traurig, dass es nicht spezielle Sitze von den Airlines gibt. Auf jeden Fall war Flori quengelig und das war für uns und die Mitreisenden nicht so prima.
Unser Hotel in einem kleinen Küstenort war schön. Alles war kindgerecht und die Leute vor Ort total lieb. Aber es gab ein Problem: Ich hatte keinen Brei für Florian mitgenommen. Denn im Flugzeug darf man nun mal nur begrenzt Gepäck mitnehmen. Ich wollte nicht waschen und so waren die drei Koffer voller Klamotten (auch warme Sachen, man kann ja nie wissen).
Moritz hat mich gebremst und erklärt, wir bräuchten keine Gläser oder Windeln mitnehmen. Es gäbe ja auch in Spanien Babys. Das stimmt. Die Pampers waren kein Problem, die haben da nur einen anderen Namen und sind teurer. Aber der Brei… Offensichtlich essen spanische Babys anders als deutsche. In fast allen Gemüsegläschen war Knoblauch oder Zwiebeln. Und ich hatte den Eindruck, dass es wahnsinnig viele Sorten mit Fisch gab. Wir sind also in jedem Ort in die Läden und haben nach fischfreien Gläsern gesucht, denn Flori mochte die nicht. Die ersten fünf Tage waren davon echt überschattet.
Dann hat Moritz sich ein Herz gefasst und an der Rezeption unser Leid geklagt. Danach hat die Köchin in unserem kleinen Hotel jeden Tag Kartoffelbrei für Florian gemacht. Den hat er geliebt und er ist satt geworden. Gemüse habe ich mit der Gabel zerdrückt und untergerührt.
Und sonst? Wir konnten herrlich wandern, Florian war im Carrier dabei, wir lagen am Strand (ja- das Baby hat natürlich Sand gegessen) und planschten im Meer. Der Urlaub war schön. Der Rückflug war abends, da schlief Florian. Also trotz guter Planung – nicht alles ist vorhersehbar.“
Anne (36) berreiste die deutschen Ostseeküste mit Baby Martha (5 Monate) und Mann Arne
Wir wollten einen Abenteuerurlaub
„Wir wollen unbedingt mit unserem Baby verreisen. Da Arne in Elternzeit ist, haben wir uns das in der Schwangerschaft schon überlegt. Wir haben die herrlichen Berichte von Eltern gelesen, die mit dem Baby lange Reisen gemacht haben.
Wir hatten uns überlegt, dass wir mit unserem Bus eine Tour durch Südeuropa und Nordafrika machen könnten. Als Camping-Liebhaber wollten wir improvisieren.
Aber dann kam Martha. Es war keine einfache Geburt und die ersten Wochen mit der Maus waren anstrengend. Sie musste medizinisch überwacht werden und kam erst langsam zu Ruhe. Und wir auch.
Die Reisepläne haben wir natürlich aufschieben müssen. Auch wenn Martha mit fast einem halben Jahr viel aufgeholt hatte, ich mochte nur irgendwo hin fahren, wo auch eine sehr gute medizinische Versorgung ist. So blieben wir also in Deutschland. Wir entschieden uns für eine Ferienwohnung auf einem Bauernhof an der Ostsee bei Lübeck.
Es war wunderbar entspannt. Ich habe beim Stillen herrliche Sonnenaufgänge gesehen, wir haben lange Spaziergänge gemacht und Martha hat ihre Liebe für Tiere entdeckt. Sie hat jede Kuh angelacht und versucht, den Hofhund zu streicheln. Ein Abenteuer war unser erster Urlaub nicht. Aber dafür waren ja auch die Monate vorher abenteuerlich genug.“
Bild: © William Casey -fotolia.com
Wir sind auf Kommentare gespannt. Wie war Ihr erster Familienurlaub? Was haben Sie erlebt? Haben Sie Ratschläge für andere Eltern?