Es kribbelte im Bauch. Vor Aufregung. Denn ich war ganz allein, als ich erfuhr, dass das Wunschbaby unterwegs war. Einen Tag lang habe ich das Geheimnis für mich gehütet, trank in der Mai-Sonne einen Milchkaffee (ohne Koffein!), legte immer wieder die Hand auf meinen Bauch und hatte das Gefühl, dort das winzige Leben zu spüren. Der werdende Vater war zunächst ganz stumm, als er hörte, dass wir nun endlich eine Familie werden würden. Noch bevor ich es verhindern konnte, schickte er seinen Eltern das erste Ultraschallbild per Fax. Mit einem Pfeil: hier die erste Aufnahme von eurem Enkelkind!
Eigentlich wollte ich nicht, dass wir die Schwangerschaft so früh verkünden. Aber auch ich rief meine Mutter an. Den Freunden allerdings teilten wir die Schwangerschaft erst nach der 12. Schwangerschaftswoche mit. So haben wir es auch beim zweiten Kind gemacht. Danach wurde auch der Arbeitgeber informiert.
Jedes zukünftige Elternpaar sollte überlegen, wem wann die News verraten werden
Jedes Paar sollte gut besprechen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, die frohe Babybotschaft zu verkünden. Und sich über die Konsequenzen klar sein. Denn wer schon sehr früh mitteilt, dass Nachwuchs kommt, muss bei einer eventuellen Fehlgeburt damit rechnen, dass viele daran Anteil nehmen. Das kann nerven, aber es kann auch sehr aufbauen.
Kompliziert wird es, wenn es gute Gründe gibt, die Schwangerschaft zu verschweigen. Etwa weil die Mutter noch im Trennungsjahr ist und das Kind vom neuen Partner. Hier ist es wichtig, erst die rechtliche Situation zu klären und den offiziellen Vater (denn das ist für die Behörden immer der Ehemann) zu informieren. Gerüchte könnten hier viel Nervenkrieg kosten. Ähnlich ist es, wenn eine werdende Mutter in einem nicht einfachen Arbeitsverhältnis ist. Oder wenn der Betrieb ihr gerade eine interessante und wichtige Fortbildung zahlen möchte. Auch in so einem Fall ist es auch gut, wenn noch keine Flurpost betrieben wird. Denn meist ist es so, dass die zukünftigen Schwiegereltern, die liebste Kollegin oder die beste Freundin selbst so aufgeregt sind, dass sie ihr Schweigegelübde vergessen.
Erst gestern rief meine Mutter an und berichtete, dass ihre Nachbarin Oma wird. „Es soll aber noch keiner wissen, ist noch ganz frisch, die Schwangerschaft. Die ist erst in der 6. Schwangerschaftswoche.“ Und schon steht es hier im Internet… Aber vielleicht stimmt das gar nicht?
Lieber selbst bestimmen, als den Zufall bestimmen zu lassen
Die Gerüchteküche kann unverhofft und ungeahnt schnell sein. Gerade durch soziale Netzwerke wie Facebook ist sie heute noch rasanter. Viele Paare gehen das Ganze daher offensiv an. Sie wollen selbst bestimmen, wie sie die Schwangerschaft mitteilen und überlegen sich daher eine besonders nette Aktion. Wie etwa meine Freundin Nicole. Auf dem 60. Geburtstages ihres Vaters sollte ein großes Familienfoto gemacht werden. Alle stellten sich auf: ihre Eltern, die Geschwister, Tanten, Onkel, Großeltern und viele Freunde der Familie. Da rief Nicole: „Und jetzt ruft mal alle laut: Nicole ist schwanger!“ Der Witz war, dass die meisten das erst riefen – und dann reagierten.
Es gibt noch mehr schöne Ideen:
Eingerahmte Bilder vom Ultraschall verschicken
T-Shirt mit „Oma 2012“ bzw. „Opa 2012“ bedrucken lassen
Einen Brief vom Storch schreiben und an die Großeltern verschicken: „Vielen Dank für Ihre Bestellung, Lieferung erfolgt am….)
Einen Videoclip drehen und bei youtube reinstellen und den Link an alle verschicken
Ohne Kommentar Schnuller und Babysocken verschicken, Absender nicht vergessen. Die Anrufe werden schnell kommen
"Omakiste" verschenken: Mit 4711, Lockenwicklern, Strickzeug und witzigem Buch
Babybilder von den werdenden Eltern zu einer Collage gestalten, die kopieren und als Puzzle verschicken
Eine offizielle Einladung an sämtliche Großeltern gleichzeitig. Bei alkoholfreiem Sekt und leckerem Essen (mit sauren Gurken als Vorspeise) die frohe Botschaft verkünden
Wir würden uns über mehr schöne Ideen bei den Kommentaren freuen. Aber vorher möchten wir in einer Umfrag wissen: Wann sollte man Freunden und Verwandten sagen, dass ein Baby kommt?
Bild: © DorianGray für istockphoto.com
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