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Geburtstag am 24.12.

Ein Christkind: Geburtstag am 24.Dezember

Ein Weihnachtsbaby? Die meisten Schwangeren möchten nicht am Heiligabend entbinden. Denn kann die Geburt an so einem Tag überhaupt gut betreut werden? Und was bedeutet so ein Geburtsdatum für das Kind? Noa Shana ist ein Christkind. Ihre Mutter berichtet von ihrem besonderen Weihnachten vor zwei Jahren und wie das doppelte Fest zukünftig gefeiert werden soll. Das ist nämlich nicht immer einfach, davon erzählt uns das erwachsene Christkind Natalie.

Das kleine Christkind: Noa Shana

Der errechnete Stichtag für die Entbindung war der 17. Dezember 2008. Ein Weihnachtsbaby wünschte sich Sina Engels (32) aber auf keinen Fall „Das wünscht man sich ja nicht wirklich für sein Kind.“ Aber eigentlich machte sie sich um das Geburtsdatum keine Gedanken. Sie hatte eine Traumschwangerschaft. „Ich habe mich in den ganzen neun Monaten wunderbar fit gefühlt. Bis zum letzten Tag war ich aktiv und habe nur elf Kilo zugenommen“, so die Mutter aus dem Sauerland. „Beim Arzt war ich nur vier Mal, ich bin die ganze Zeit wunderbar von einer Hebamme betreut worden.“

Da sie selbst im gesundheitlichen Bereich arbeitet, war es ihr eine gute Betreuung besonders wichtig. Die fand sie im Geburtshaus Unna, in dem sie auch gern entbinden wollte. „Die Schwangerschaft war schön und ich fand es auch nicht schlimm, dass sie ein wenig länger dauerte. Unsere Tochter sah das wohl auch so. Sie hat auf jeden Fall so lange mit der Geburt gewartet, bis mein Mann Urlaub hatte.“

Die ersten schwachen Wehen begannen am 22. Dezember. „Ich habe natürlich gehofft, dass wir es am nächsten Tag noch schaffen.“ Abends fahren Sina und ihr Mann Carsten (44) in das Geburtshaus. „Fahrt noch mal nach Hause“, erklärten die Hebammen. Und so verbrachte Sina den Tag vor Heiligabend mit Wehen und Wehenveratmen im heimischen Menden. Am frühen Morgen gegen 7 Uhr machte sich das Paar wieder auf den Weg nach Unna. „Ich wollte die Hebamme nachts nicht stören wollte und dachte, dass ich die Wehen selbst veratmen kann", erzählt Sina Engels.

Doch die Geburt verläuft nicht wie geplant. Auch wenn Hebamme Christine sich bemüht und die Eltern wunderbar betreut, geht es nicht recht voran. Die Geburt stagniert - die Wehen sind irgendwann nicht mehr kräftig genug und die Pausen zu kurz. „Es war uns dann allen klar, dass ich in die Klinik fahren musste. Im  Vierfüßlerstand fuhr ich im Auto mit.“ Wie es sich für ein Christkind gehört, kam die kleine Noa Shana Heiligabend um 20.20 Uhr gesund und munter zur Welt.

„Irgendwie ist diese Geburtsdatum etwas besonderes. Sie ist ja auch ein einmaliges Kind“,  sagt Sina Engels. Auch wenn die Geburt nicht ganz wie geplant verlief, wurde ein anderer Wunsch der frischgebackenen Eltern wahr: Sie konnten den ersten Weihnachtsfeiertag zu Hause verbringen. „Wir wollten gerne das erste Weihnachten zu Hause mit Noa verbringen und haben hier in aller Ruhe das Wochenbett genießen können. So hatten wir drei auch ganz viel Ruhe uns ganz allein kennen zu lernen".

Dass Noa Shana ein Weihnachtsbaby ist, spielt für die knapp Zweijährige noch keine Rolle. Ihre Geburtsanzeige ziert ein Bild von ihr mit Christkindflügeln. In diesem Jahr wird sie ihren Geburtstag wieder ähnlich wie ihren ersten Ehrentag feiern. „Wir haben am Vormittag Freunde und Familie zu einem schönen großen Geburtstagsfest eingeladen.
Es ist ja Noas Tag und das ist etwas Besonderes. Das Weihnachtsfest feiern wir dann so, wie es in vielen anderen Ländern auch üblich ist. Am 25.12. als Fest für uns.“ In diesem Jahr wird Noa auch zum ersten Mal einen Kindergeburtstag feiern. „Am 28.12. kommen ein paar Nachbarskinder“, erzählt ihre Mutter Sina.
„Ich finde es schön, dass Noa direkt an ihrem Geburtstag ihr Fest bekommt  Es ist ja ihr Tag. Klar, sie könnte auch später nachfeiern, aber das ist doch wirklich nicht das Gleiche. Später kann sie sicher auch ihre Party auf den 23. Dezember verlegen und reinfeiern. Auf jeden Fall haben ja die meisten an ihrem Ehrentag frei“, sagt Sina Engels und lacht.

Das ältere Christkind: Natalie

Auch Natalie Banek ist ein Christkind. Die Studentin feiert in diesem Jahr ihren 29. Geburtstag. Dass ihre Geburtstagsgeschenke fast immer in Weihnachtspapier eingepackt sind, daran hat sie sich schon längst gewöhnt.

„Als Kind fand ich es oft schon nicht toll, am diesem Tag Geburtstag zu haben. Ich bekam eben nur an einem Tag im Jahr Geschenke und vom Gefühl her auch weniger als meine Schwester.“ Am meisten hat es sie gestört, dass ihr Geburtstag immer nur ein halber Tag gewesen sei, erzählt sie: „Ich bekam meine Geburtstagsgeschenke und dann haben wir gefrühstückt. Und dann begannen schon die Weihnachtsfeierlichkeiten. Meine Mutter hat schon immer sehr viel Mühe gegeben, aber es war sicher schwierig, allem gerecht zu werden.“

Eine richtige Kindergeburtstagsfeier mit Gästen hatte die kleine Natalie dann immer ein paar Wochen später – im neuen Jahr. „Oft war das dann eine Faschingsfeier.“

Heute macht die Studentin aus ihrem besonderen Geburtsdatum das Beste: „Ich lade alle meien Freunde am Vormittag ein, mit einer Geburtstagstorte und allem drum und dran. Da viele dann zu Hause sind, passt das gut. Und die richtige Party steigt dann um den 24.6. herum. Schon als Teenager habe ich das zum ersten Mal gemacht und so ein Sommerhalbjahresfest ist einfach schön.“

Und als Kind, hätte sie sich damals einen anderen Geburtstag gewünscht? „Naja“, sagt sie „ich hätte mir damals vielleicht einfach weniger Feiertagsstress gewünscht. Aber irgendwie gehört das Weihnachtsfest eben zu meinem Geburtstag.“

Bild oben: Geburtsanzeige Noa Shana
Mitte oben: Noa mit ihren Eltern Carsten und Sina 2010
Mitte unten: Noa an ihrem ersten Geburtstag
Bild unten: Natalie Banek
 
Photos:© privat

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