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Schwangerschaft und Gewicht

Wieviel Gewichtszunahme ist in der SS normal?

Schwanger! Endlich dürfen Frauen sich freuen, wenn der Bauch  und die Kurven wachsen und das werdende Leben in sich intensiv genießen. Trotzdem  machen sich viele werdende Mütter Gedanken um ihr Gewicht. Wieviel Zunahme ist in der Schwangerschaft normal?
Herrlich, so eine Schwangerschaft - endlich essen, soviel man will. Oder? Die meisten Schwangeren bekommen zum Thema Gewicht mehr Ratschläge als ihnen lieb ist. "Sie essen schließlich für zwei, greifen Sie doch noch einmal zu," oder "Passen Sie bloß auf, den zusätzlichen Babyspeck wird man nach der Schwangerschaft nicht wieder los." Alle schauen kritisch auf den Bauch und so richtig recht kann es eine Schwangere ihrer Umwelt sowieso nicht machen. Zuviel zugenommen, zu wenig zugenommen?
 
Die Promis haben wunderbare kleine Kugelbäuche und sind nach der Geburt sofort wieder gertenschlank. Wer sich mit seinem Körpergewicht auch vor der Schwangerschaft unwohl gefühlt hat, findet sich in einer Gefühls-Achterbahn wieder. Rasant geht es auf und ab. Muss ich mehr essen? Darf ich abnehmen? Wiege ich schon zuviel? 
 
Wieviel Gewicht darf ich in der Schwangerschaft zunehmen?
 
Tatsächlich gibt es überhaupt keine generelle Richtlinie, die für alle Schwangeren gilt. Ein kleine schlanke Frau nimmt meist mehr zu als eine große kräfig gebaute.
 
Wichtiger ist die Zunahme während der gesamten Schwangerschaft - sie wird daher ja auch im Mutterpass dokumentiert. Einen allgemeinen Richtwert über die Zunahme gibt es nicht, allerdings hat das US-amerikanische Institute of Medicine (IOM)  Leitlinien herausgegeben, an denen sich auch die deutschen Ärzte orientieren. Die empfohlene Gewichtszunahme richtet sich nach dem Verhältniss von der Körpergröße zum Gewicht, am Body-Mass-Indes (BMI).
 
BMI vor der SS Gewichtszunahme/ Monat Gewichtszunahme gesamte Schwangeschaft
Untergewicht
(BMI unter 19,8)
2,3 kg 12, 7 - 18,2 kg
Normalgewicht
( BMI 19,8 - 26,0)
1,8 kg 11,4 - 15,9 kg
Übergewicht
( BMI 26,1 - 29,0)
1,2 kg 6,8 - 11,4 kg
Starkes Übergewicht  
( BMI über 29,0)
0,9 kg 6,8 kg
Zwillingsschwangerschaft 2,7 kg 15,9 - 20,4 kg
Quelle: Frauenklinik Uni Jena
 
 
Einges an Gewicht bringt die Extraportion Flüssigkeit (Wasser), die der Körper einlagert. Sie wird für den zusätzlichen Kreislauf für Baby und Gebärmutter benötigt. Wie viel Wasser der Körper einlagert, kann sehr unterschiedlich sein. Schwangere sollten übrigens sich nicht ständig auf die Waage stellen und sich um Ihr Gewicht sorgen. Wenn es wirklich Probleme gibt, wird der Gynäkologe die Schwangere bei den Vorsorgeuntersuchungen auch darauf hinweisen.
 
Auf ausgewogene gesunde Ernährung achten
 
Wichtig ist vor allem eine ausgewogene gesunde Ernährung, damit es Mutter und Kind gut geht. Auch auf genügend Flüssigkeit sollte geachtet werden - "einen über den Durst trinken" bedeutet für Schwangere ein zusätzliches Glas Wasser oder Kräutertee.
 
Gar keine gute Idee ist es, in der Schwangerschaft Diät zu halten, zu fasten oder einseitige "Reis-Tage" oder ähnliches einzulegen. Hier könnten mämlich Schadstoffe freigesetzt werden, die dem Kind gar nicht gut bekommen. Und es kann eine Unterversorgung des Babys drohen. Solche Projekt müssen bis nach der Stillzeit warten.
 
Gewichtszunahme ist nicht in jedem SS-Monat gleich
 
Nicht in jeder Phase der Schwangerschaft ist die Gewichtszunahme gleich. Insbesondere im ersten Drittel nehmen viele Frauen sogar oft ab. Ihnen ist einfach zu übel zum Essen. Auch das in normal und kein Grund zur Sorge.
Im zweiten Drittel sollte eine Schwangere etwa 300 Gramm pro Woche zunehmen, und im letzten Drittel wächst das Baby täglich mehr, da kann die Gewichtszunahme bei so etwa 500 Gramm pro Woche im Durchschnitt liegen.
 
Wer mehr als 600 Gramm wöchentlich zunimmt, sollte Rücksprache mit dem Frauenarzt halten. Eventuell können Wassereinlagerungen schuld sein oder aber zuviele Kalorien. Kurz vor der Geburt, spätestens ab der 40. Woche sollte das Gewicht sich nicht mehr verändern. 
 
Wie verteilt sich das Gewicht?
 
In der Schwangerschaft entwickelt sich das Kind. Doch zunächst liegt die Gewichtszunahme am veränderten Körper der Mutter. Die Gebärmutter weitet sich, die Plazenta wird aufgebaut und auch der Busen wird voller. Erst in der Mitte der Schwangerschaft  spielt das Gewicht des Kindes beim Körpergewicht der Mutter eine Rolle. 
 
Wenn die Mutter insgesamt 12, 5 Kilo zugenommen hat und in der 40. Schwangerschaftswoche ist, sieht die Verteilung so aus:
 
Mutter
Uterus (Gebärmutter)  970 Gramm 
Brust  405 Gramm
Blut 1250 Gramm 
Wasser 1680 Gramm
Fett 3345 Gramm
 
Kind (siehe auch Bild unten) 
Fetus   3400 Gramm 
Plazenta (Mutterkuchen) 650 Gramm 
Fruchtwasser  800 Gramm
Baby in der 40. SSW
 
Das Gewicht des Kindes und das der Mutter lassen keinerlei Rückschlüsse auf die Gesundheit zu. Trotzdem ist eine Kontrolle während der Schwangerschaft wichtig, da deutliches Übergewicht oder plötzliche Zunahme auch auf Erkrankungen wie etwa Schwangerschaftsdiabetes hinweisen könnnen. Nimmt eine Schwangere sogar mehr als ein Kilo in der Woche zu, könnte dies auch ein Zeichen für eine andere schwere Erkrankung, eine Präeklampsie sein. Im Zweifel immer abklären!

Auch ein guter Grund, es in der Schwangerschaft mit dem Futtern nicht zu übertreiben: Die Geburt kann bei zu viel Gewicht komplizierter sein als bei einer normalen Gewichtsentwicklung.
 
Und nach der Schwangerschaft?
 
Ganz normale Frauen brauchen - anders als Topmodels- einige Montate, bis sie in etwa wieder ihr Vorschwangerschaftsgewicht erreicht haben. Eine Faustregel gibt es nicht, aber Hebammen erklären gern, dass der Babybauch neun Monate wächst und neun Monate geht.
 
Nicht zu vergessen ist auch, dass der Körper ja Energiepuffer anlegt für eine Höchstleistung, die vielleicht mit dem Energieverbrauch eines Marathonlaufes verglichen werden kann: der Geburt.
 
Direkt nach der Entbindung wird auch meist das Wasser im Körper ausgeschwitzt. Die nächste Höchstleisung ist das Stillen und Versorgen des Babys. Auch dafür brauchen Frauen ihre Energie. Mit Gewichtsreduktion sollte daher unbedingt erst nach dem Stillen angefangen werden. 
 
Für alle Frauen, die nach der Geburt sehnsüchtig auf diejenigen gucken, deren zusätzliches Gewicht scheinbar über Nacht verschwindet, hier ein Trost:
Ein übermäßiger oder allzu schneller Gewichtsverlust nach der Geburt hat Nachteile. Die Muttermilch versiegt oder hat einen hohen Qualitätsverlust und enthält eventuell zu wenig Nährstoffe. 
 
Also -  lieber ein kleines Nach-Schwangerschaftsbäuchelein und ein sattes glückliches Baby haben.
 
Bild: © Sandy Schulze - Fotolia.com
 
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