Stechende Kopfschmerzen, Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit und Appetitlosigkeit. Das sind typische Symptome von Migräne. Gerade Frauen leiden unter diesen Schmerzattacken, Experten gehen davon aus, dass etwa jede vierte Frau im Laufe ihres Lebens betroffen ist; vor allem im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Noch immer sind die genauen Ursachen für Migräne nicht bekannt, es ist davon auszugehen, dass sie genetisch und hormonell bedingt ist.
Da der Östrogenspiegel im ersten Schwangerschaftsdrittel besonders hoch ist und nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel gleichmäßig bleibt, lassen bei über 60 Prozent der betroffenen Frauen die Schmerzen nach. Den meisten Migräne-Patientinnen dürfte es also nicht allzu schwer fallen, während der Schwangerschaft auf Schmerzmittel zu verzichten. Doch was können diejenigen tun, die weiterhin unter den Attacken leiden?
Schmerzmittel-Verbot nur in den ersten drei Monaten
In den ersten drei Monaten sind Schmerzmittel tabu, so
Dr.Volker Pfaffenrath, Kopfschmerzspezialist aus München. Ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel ist Paracetamol in Kombination mit Metoclopramid (gegen Übelkeit und Erbrechen) erlaubt.
Bis zum sechsten Monat einschließlich dürfen Schwangere auch Acetylsalicylsäure (ASS - Wirkstoff von Asperin) nehmen. Da ASS allerdings blutverdünnend wirkt, sollten Frauen es zu einem späteren Zeitpunkt wegen des erhöhten Blutungsrisikos nicht mehr nehmen. Gegen eine Verwendung im letzten Drittel der Schwangerschaft spricht zudem, dass ASS die Schwangerschaft und den Geburtsvorgang verlängern kann.
Rücksprache mit dem Arzt
Es gibt keine verlässlichen Studien darüber, ob Antireumatika wie Ibuprofen und Naporen das ungeborene Kind schädigen können. Absolut verboten ist das Medikament Valproinsäure: Es kann unter anderem eine Spina bifida (offener Rücken) und eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte hervorrufen. Auch ergotaminhaltige Medikamente dürfen Schwangere unter keinen Umständen einnehmen, betont Pfaffenrath, da es sich in Tierversuchen ebenfalls als schädlich für den Embryo erwiesen hat.
Als sicher für werdende Mütter gilt nur Paracetamol, schreibt
Experte Pfaffenrath in "Die Behandlung der Migräne während der Schwangerschaft". Schwangere, die unter heftigen Migräneattacken leiden, sollten auf jeden Fall ihren Arzt darüber informieren und eventuell einen Kopfschmerzspezialisten konsultieren. Denn ein Migräneanfall in der Schwangerschaft kann laut einer
aktuellen Studie das Risiko auf einen Schlaganfall oder andere akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen drastisch erhöhen. Anhaltende Appetitlosikeit und Übelkeit können Mutter und Kind ebenfalls gefährden.
Alternative Behandlung und Vorbeugung
Es gibt immerhin eine ganze Reihe von alternativen Methoden zur Behandlung von Migräne-Attacken: So empfiehlt die
Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) etwa Akkupunktur, psychologische Entspannungstechniken und Lymphdrainage.
Auch Magnesium kann den Schmerz lindern, da es krampflösend wirkt. Die Schwangere sollte den Mineralstoff allerdings schon einnehmen, bevor es überhaupt zu einer Attacke gekommen ist, so die Experten der DKMS.
Bei Migränepatientinnen ist die Vorbeugung besonders wichtig :
Magnesium
Regelmäßiger Tagesablauf
Ausreichend Schlaf
Akupunktur
Autogenes Training
Muskelentspannung nach Jacobsen
Viel frische Luft - auch in der Wohnung
Kein Koffein
Nicht-medikamentöse Hilfe bei einem Migräneanfall:
Pfefferminzöl bzw. Heilpflanzenöl auf Stirn, Nacken, Schläfen
Verdunkelter Raum, geöffnete Fenster (eventuell Sonnenbrille bei extremer Lichtanfälligkeit)
Massage
Wenn liegen schwerfällt, im Sitzen ruhen
Eine Rolle in den Nacken und ein Handtuch zusammengerollt fest um den Kopf (über die Augen) wickeln
Kühlen mit Eis
Heiße Dusche