Das müssen sie auch nicht: es spielt keine Rolle für den Verlauf der Schwangerschaft, ob die werdende Mutter Schwangerschaftssymptome bemerkt oder nicht. Erste Anzeichen für eine Einnistung können sein:
Metallischer Geschmack im Mund
Warum einige Schwangere einen metallischen Geschmack im Mund haben, ist nicht geklärt. Es könnte sein, dass winzige Blutungen im Gaumen für den sonderbaren Geschmack auf der Zunge verantwortlich sind (Blut schmeckt metallisch), denn während der Schwangerschaft sind die Schleimhäute weicher und leichter verletzbar.
Einnistungsblutung
Jede vierte Schwangere bemerkt eine leichte
Einnistungsblutung, die einige Tage vor der fälligen Periode als rotbräunlicher Fleck im Schlüpfer landet. Ursache für diese winzige Blutung ist die Implantation des befruchteten Eis in der Gebärmutterschleimhaut (was aber auch ganz ohne Blutung geschehen kann).
Spannende oder weiche Brüste
Obwohl sie nicht sofort sichtbar wachsen, ziepen und spannen einigen Frauen die Brüste, sobald sie schwanger sind. Grund dafür sind durch die Einnistung des Eis ausgeschüttete Hormone, die die Brust auf die Produktion von Milch vorbereiten. Diese Hormone können auch dafür sorgen, dass die Brüste sich weich anfühlen. In der Brust entstehen neue Blutgefäße und die Milchdrüsen wachsen.
Dunklere Warzenvorhöfe
Die (bei hellhäutigen Menschen) rosafarbene Haut rund um die Brustwarze nimmt im Verlauf der Schwangerschaft eine dunklere Pigmentierung an – warum, weiss man nicht genau. Eine Erklärung dafür lautet, dass ein Säugling die dunklere Brustwarze leichter findet. Andererseits finden Neugeborene die Brust auch mit geschlossenen Augen durch den Geruch, so dass die Pigmentierung vielleicht einfach eine Begleiterscheinung durch den veränderten Hormonhaushalt ist.
Bleierne Müdigkeit
Schon vor der Tagessschau um 20 Uhr ins Bett gehen – normalerweise undenkbar, in der Schwangerschaft ziemlich verbreitet. Besonders in den ersten Wochen und Monaten leistet der Körper Schwerstarbeit und die Schwangerschaft ist noch nicht so stabil wie im 2. und 3. Trimester. Die extreme Müdigkeit, die viele Schwangere bemerken, ist sehr verbreitet und durchaus sinnvoll: sie schützt vor zuviel Aktionismus und hilft dem Körper, die Hormonumstellung besser zu verkraften.
Übelkeit
Über der Hälfte aller schwangeren Frauen ist in den ersten drei Monaten ziemlich übel. Manche erbrechen sich den ganzen Tag über, andere haben nur das Gefühl, gleich spucken zu müssen (tun es aber nicht), anderen ist bloß morgens schlecht. Die Bandbreite ist enorm. Einige wenige Unglückliche werden die Übelkeit bis zur Geburt nicht los – das ist aber sehr selten. Für die meisten Schwangeren ist der Spuk nach 12 Wochen vorbei, wenn die Schwangerschaft als stabil gilt.
Was hilft? Wenn ein gesunkener Blutzuckerspiegel der Grund für die Übelkeit ist, sollte die Frau etwas essen (oder trinken), auch wenn ihr gar nicht der Sinn danach steht. Manche knabbern Zwieback, einigen hilft Ingwer (auch als Tee mit Honig). Pfefferminztee und die Einnahme von Vitamin B6 (50 mg pro Tag) können auch helfen.
Frauen, die leicht reisekrank werden, haben eine größere „Chance“, an Übelkeit in der Schwangerschaft zu leiden. Bei ihnen schlägt leider auch die Methode, einfach etwas zu essen, nicht gut an. Frische Luft und Ruhe sind hier die beste Medizin.
Ist die Übelkeit so schlimm, dass die Schwangere sich täglich mehrfach erbricht, kann der Frauenarzt ein Medikament verordnen. Muss die Frau nämlich zu häufig spucken, bekommt das Baby nicht genügend Nährstoffe – in diesem Fall ist die Gabe eines Medikaments weniger schädlich als der Nährstoffmangel. Eine chemielose Möglichkeit, der Übelkeit ein Ende zu setzten, ist Akupunktur. Allerdings zahlt nicht jede Krankenkasse diese Art von Behandlung.
Kopfschmerzen
Wegen des erhöhten Progesterongehalts im Blut haben einige Schwangere Kopfschmerzen. Das beste Mittel dagegen sind frische Luft und Bewegung, ausserdem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Meist verschwinden diese Beschwerden wieder, wenn die Schwangerschaft einige Wochen fortgeschritten ist.
Sonderbare Essgelüste
Was hat man nicht alles gehört: Torte mit Gurken, Rollmops und Schokolade… Schwangere Frauen haben manchmal wirklich einen sonderbaren Geschmack. Allerdings: sonderbar kann auch heißen, dass eine Frau urplötzlich Appetit auf unheimlich gesunde Nahrungsmittel entwickelt. Vielleicht hat sie Heisshunger auf Vollkornbrot mit Käse, während sie sonst nur Weißbrot mit Schinken mag. Oder sie stürzt sich auf Spinat und Rosenkohl, den sie normalerweise verabscheut. Manche Frauen entwickeln auch einen Riesenappetit auf Fleisch, obwohl sie sonst kaum welches essen.
Was für sie „komisch“ ist, weiss jede Frau selbst am besten. Es ist gut und in Ordnung, diesen Gelüsten nachzugeben, weil sie oft einen bestimmten Bedarf an Mineralstoffen oder Spurenelementen decken.
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