Schlafen im Familienbett?

Schlafen im Familienbett

Gemeinsam mit dem Baby im Bett schlafen? Für einige Eltern die optimale Lösung. Experten sind jedoch gar nicht einig, was wirklich das Beste für Mutter und Kind ist. Während Stillberaterinnen die Nähe zum Baby empfehlen, raten Kinderärzte eher ab. Warum?

Die Meinungen der Mütter:

Melanie:

„Für mich stand schon vor der Geburt fest, dass das Baby im eigenen Bettchen schläft. Wir hatten auch einen ganz niedlichen Stubenwagen – den hatte ich selbst schon als Baby. Ob die Kleine in ihrem eigenen Zimmer oder bei uns schläft, das wollten wir erst abwarten.

Gleich nach der Geburt wurde mir klar, dass es ganz wunderbar ist, meine Lea so nah wie möglich bei mir zu haben. Ich sah ihr gern beim Schlafen zu und fand es praktisch, dass ihr kleines Bett neben meinem war, sodass das Stillen kein Problem war. Meine Zimmernachbarin hat ihren Neugeborenen tatsächlich mit ins Bett genommen, auch nachts. Das wollte ich nicht. Ich hatte Angst, dass ich meine Tochter platt drücke oder ihr die Decke über das Gesicht ziehe.

Als wir dann zu Hause waren, haben wir Lea immer im Stubenwagen schlafen gelegt. In der Nacht war sie dann im Schlafzimmer bei uns, tagsüber in ihrem Zimmer oder auch im Wohnzimmer. Es war ihr herzlich egal, wir haben uns aber einfach besser gefühlt, wenn sie bei uns war. Als Lea dann mit vier Monaten die Flasche bekam, haben wir sie immer öfter auch in ihren Raum geschoben. Sie hat so gerne dort das Mobile zum Einschlafen angeguckt. Zwei Monate später haben wir sie dann auch nachts immer in ihrem Zimmer schlafen lassen, das klappte wunderbar und ganz unprobblematisch.

Simone:

„Unsere ältere Tochter hat recht schnell beschlossen, dass für uns drei das Familienbett die ideale Lösung ist. Ich fand es auch wirklich immer wunderbar – Franziska kuschelte in der Mitte und mein Mann und ich waren ihr und uns ganz nah. Das war prima beim Stillen und auch beim Kuscheln.

Vor allem aber habe ich so auch schon in den ersten Monaten sehr gut geschlafen, denn ich habe im Halbschlaf gestillt und bin gleich wieder eingedöst. Und auch das Baby schlummerte gleich wieder satt und zufrieden ein.

Bei unserem zweiten Kind lief allerdings anderes. Sie schlief nachts sehr unruhig und wurde schnell wach. Wenn wir schlafen wollten, mussten wir uns mit ihr hinlegen. Kam ein Elternteil später, wurde sie wieder wach und schrie. Sie bewegte sich auch viel im Schlaf – und lag gern quer im Bett. Mein Mann und ich kamen kaum zur Ruhe und auch das Baby war quengelig. So haben wir beschlossen, dass Helena ihr eigenes Bett – bei uns im Schlafzimmer – bekommen sollte. Zu viert haben wir natürlich schon morgens dann im großen Bett gekuschelt. Ich denke, man sollte es vom Kind und von den Eltern abhängig machen, ob so ein gemeinsames Familienbett gut ist. Wenn einer schlecht schläft, ob es ein Elternteil oder das Kind ist, sollte man auf jeden Fall umdenken.“

Die Stillberaterin

Antje Kräuter, Psychologin und Stillberaterin und Stillgruppen-Leiterin bei der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen Bundesverband e.V. (AFS) berät seit über 17 Jahren Eltern:

Es spricht sehr vieles für das Familienbett. Kein Wunder, dass es in sehr vielen Kulturen als ganz normal und selbstverständlich angesehen wird, dass Babys bei ihren Müttern schlafen. Wenn Babys gestillt werden und mit ihren Eltern auch in einem Bett schlafen, dann passen sich die Schlafphasen von Mutter und Kind – und oft auch vom Vater an.

Interessant sind neue Studien, wie etwa die von Helen Ball aus England, die deutlich zeigen, dass Mütter im Familienbett fast immer seitlich schlafen, dem Baby zugewandt. So sorgt sie instinktiv für Sicherheit, denn so liegt das Baby flach auf der Matratze und nicht zu dicht an den Kopfkissen. Knie und Arm der Mutter bilden eine Barriere für das Baby, so dass es im Bett nicht nach unten oder oben rutschen kann. Vater oder Mutter können sich durch diese Schlafposition auch kaum versehentlich auf das Baby legen, da der Ellbogen und die Knie der Mutter im Weg sind. Gleichzeitig haben Mutter und Kind oft Körperkontakt und die Atmung des Kindes kann einfach überwacht werden.

Jede Familie sollte sich beraten lassen und für sich das richtige suchen. Aber die Nähe, die Bequemlichkeit und das unkomplizierte Stillen sind klare Vorteile des Familienbettes. Auch die Tatsache, dass in Kulturen wie Japan oder Hong-Kong, in denen Co-Sleeping selbstverständlich ist, im internationalen Vergleich mit den niedrigsten SIDS (plötzlicher Kindstod) überhaupt haben, spricht für sich.

Kinderärztliche Empfehlungen 

Kinderärzte wie der Facharzt Dr. Peter Voitl sind sich einig: „Säuglinge sollen im elterlichen Schlafzimmer, aber im eigenen Bett schlafen.“

Das Familienbett gilt laut der „Gemeinsame Elterninitiative plötzlicher Säuglingstod“ und auch der verschiedene medizinische Fachverbände wie der „Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe“ und der „Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin e.V.“ als Risikofaktor für die Sicherheit des Kindes. Die Schlafempfehlungen der Fachverbände sind daher deutlich: Im eigenen Bett, im Schlafsack und in Rückenlage.

Diese Empfehlungen sind nicht ganz unumstritten, denn Studien belegen tatsächlich, dass das Schlafen im Elternbett das Risiko von SIDS nur dann erhöht, wenn die Mutter raucht oder Alkoholmissbrauch vorliegt.

In den letzten Jahren haben sich daher als Alternative zwischen dem eigenen Bett und dem Schlafen im Elternbett so genannte „Babybalkone“, also kleine Anbaubetten etabliert. Aus ärztlicher Sicht sind sie für die Kinder sicherer.

Bild: © Stanislav Fridkin für istockphoto.com

Lesen Sie auch:

Plötzlicher Kindstod

Baby ans Bett gewöhnen

Wie schläft das Baby sicher?

Babys pucken

Schlafrythmen

 

 

Kommentieren
 
Ihr Name:
Überschrift:
Kommentar:
Zeichen zur Verfügung
Bitte übertragen Sie den Code:
Zahl der Kommentare: 1
Eingewöhnunsphase bis man rausfindet wie es das Baby am leibsten hat
Absender des Kommentars Simone 20.05.2011

Beide Kinder haben die ersten Tage, der Große damals bei mir auf dem Bauch. Die Kleine bei meinem Mann auf dem Bauch geschlafen, da sie Nacht geweint haben, bis wir relativ schnell raus gefunden haben warum sie Nachts nicht in ihrem Bett schlafen wollte. Der Große hatte gebrüllt so bald er nur im Ansatz ins sein Bett sollte, bis ich den Himmel abgemacht habe, im Krankenhausbett war auch kein Himmel am Bettchen, und siehe da, er hat geschlafen als wenn nie war. Bei meiner Tochter stellten wir fest, das sie Eingepuckt werden wollte, raus gefunden durch die Hebamme. Sie hat das mal gemacht, und sie hat geschlafen, stunden lang seit dem habe ich das auch gemacht. Bis sie ca 5Wochen alt war, ab dann wollte sie es nicht mehr. Dann habe ich ihr ein Langes Kirchkernkissen auf den Bauch gelegt, massiert den Darm bis sie ca 6Monate alt war. Ab da schief sie ohne Kisse aber immer mit Schlafsack (außer beim Pucken) und Seitenlage.De Kleine hat seit dem Einpucken ein erholsamen schlaf.

Kommentieren | Missbrauch melden

Sämtliche Rechte vorbehalten, keine Vervielfältigung. Sandviks Verlag GmbH, CH-5442 Fislisbach.


Datenschutz | Nutzungsbedingungen | Impressum | Sitemap

Sandviks Verlag GmbH mit der Marke GoBo Kinder ist eine
Tochter von Sandviks AS in Norwegen.

Besuchen Sie auch:
gobo-kinder.de | mein123.de | meinegrossewelt.de