Gute Freunde verlängern das Leben

Gerne unter Menschen zu sein verlängert das Leben. Es ist sogar wichtiger, sozial vernetzt zu sein, als einen 100% gesunden Lebensstil zu pflegen, sagt eine neue Studie. Warum ist das so?
Gute Nachrichten für alle, die ab und an das schlechte Gewissen plagt, weil sie Erdbeerkuchen mit Sahne nicht widerstehen können – oder ab und zu eine Zigarette rauchen, viel zu selten Sport treiben, und etwas mehr Alkohol konsumieren, als der Hausarzt billigen würde.
Viel, viel schlimmer als Übergewicht, Rauchen und Alkoholkonsum ist Einsamkeit! Sie wirkt sich auf die Gesundheit dermaßen negativ aus, dass ein um 50% erhöhtes Sterberisiko damit einhergeht, sagen die Psychologen Julianne Holt-Lunstad und Timothy Smith in einer neuen Studie.
Die Wissenschaftler brachten die Ergebnisse mehrerer Studien zusammen und kamen so auf über 300.000 Menschen als Studienobjekte. Es waren zur Hälfte Männer und Frauen aus mehreren Kontinenten, im Schnitt 64 Jahre alt, die durchschnittlich über 7,5 Jahre beobachtet wurden.
Egal, wie der ursprüngliche Gesundheitszustand war, welches Geschlecht und welches Alter – wer Sozialkontakte hat, lebt länger, ist das eindeutige Ergebnis. Wie gut diese Sozialkontakte sind (also ob durchweg positiv oder einfach nur vorhanden), konnte mangels Daten nicht berücksichtigt werden. Forscherin Holt-Lunstad sagt aber, dass das angenommene 50% geminderte Sterberisiko eine sehr vorsichtige Schätzung ist. Bei rein positiven Sozialkontakten sollte der Prozentsatz noch höher liegen. Holt-Lunstad verweist insbesondere auf unglückliche Ehen, die zwar soziale Eingebundenheit manifestieren, das Leben aber wahrscheinlich nicht verlängern.
Es kann gut sein, dass Sozialkontakte so gut für die Gesundheit sind, weil sie das Immunsystem stärken und entzündliche Prozesse stoppen, so die Wissenschaftler. Auch wirkt sich die Eingebundenheit in ein soziales Netzerk dahingehend aus, dass Lebensstil und Verantwortungs-
bewusstsein auch auf die eigene Person übertragen werden, man also besser für sich selbst sorgt. Und schließlich ist es für jeden Menschen gut, wenn er durch Sozialkontakte Selbstwert und Sinnhaftigkeit gewinnt.
Ob ein Mensch alleine lebt oder nicht, scheint hingegen nicht wichtig zu sein für die Gesundheit – es zählt nur, ob er gut in die Gemeinschaft eingebunden ist. Keine Grund zur Beunruhigung für alle Singles also!
P.S.: Für Schwangere gilt allerdings nach wie vor: auf Alkohol und Zigaretten verzichten. Aber ein Stück Erdbeerkuchen mit Sahne in netter Gesellschaft ist drin….
© Franz Pfluegl – Fotolia.com

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