Bandscheibenvorfall in der Schwangerschaft

Bandscheibenvorfall in der Schwangerschaft

Schwangere haben ein erhöhtes Risiko, einen Bandscheibenvorfall zu erleiden. Besonders gefährdet sind Frauen, die künstlich befruchtet werden.
Ihr Risiko ist 20% höher als das einer Schwangeren, die auf natürlichem Wege ein Kind gezeugt hat - warum das so ist, bleibt noch herauszufinden. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit, einen Bandscheibenvorfall zu bekommen, im 3. und 4. Schwangerschaftsmonat.
 
In der Schwangerschaft werden die Bänder und Gelenke weicher. Beim Bandscheibenvorfall (≠ Hexenschuss!) ist der Gallertkern innerhalb der Bandscheibe nahezu ausgetrocknet, was durch eingerissene Membranen passiert.
 
Ein Bandscheibenvorfall kann überall auf der Wirbelsäule auftreten, ist aber am häufigsten im Bereich der Lendenwirbel.
 
Frauen, die ein weiches Bindegewebe haben und deren Muskeln im Rückenbereich nicht gut ausgebildet sind, sind besonders gefährdet. Ein Bandscheibenvorfall kann schmerzlos und somit unentdeckt sein – wenn man ihn aber bemerkt, verursacht er oft starke Schmerzen.
 
Symptome & Gründe
 
Woran bemerkt man einen Bandscheibenvorfall? Typisch sind:
 
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinsetzen
  • Schmerzen beim Stehen oder Gehen und beim Treppenlaufen
  • Schmerzen beim Umdrehen im Bett
  • Ausstrahlende Schmerzen (Arme oder Beine)
  • Lähmungserscheinungen
  • Taubheitsgefühl
  • im Extremfall auch Stuhl- und Harninkontinenz 

 

Der Unterschied zum Hexenschuss, der selten auch durch einen Bandscheibenvorfall verursacht sein kann, aber nicht muss, ist: Der Hexenschuss taucht ganz plötzlich nach einer sogenannten Bagatellbewegung auf, also einer nicht besonders extremen Bewegung. Das kann z.B. eine leichte Drehung sein, bei der ein Nerv eingeklemmt wird.

 
Ein Bandscheibenvorfall hingegen kommt nicht plötzlich zustande, sondern durch langsames Austrocknen der Gallertmasse innerhalb der Wirbelsäule bei den betroffenen Wirbeln. Dies kann durch wiederholte ungünstige Bewegungen geschehen, wie sie z.B. Menschen in Pflegeberufen oder jedem Beruf, bei dem schwere Lasten gehoben werden, vorkommen.
 
Therapie
 
Warme Bäder können helfen, Chirotherapie, Physiotherapie, minimal-invasive Eingriffe und mikrochirurgische Verfahren – wenn all dies nichts nützt auch eine Operation. Aber bei einer Schwangeren wird jeder Arzt versuchen, eine Operation vorerst zu vermeiden. Der Arzt kann stattdessen schmerzstillende Medikamente verschreiben und zur Schonung raten.
 
Vorbeugung
 
Regelmäßige Bewegung in sanften Sportarten kann helfen, Bandscheibenvorfälle zu verhindern: Schwimmen, Tanzen und Nordic Walking sind geeignet. Es ist generell gut, sich nicht zu übernehmen und öfter mal eine Pause einzulegen. Im Bett bringt ein stützendes Kissen zwischen den Beinen der Wirbelsäule Entspannung – und außerdem ist es gemütlich!
 
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