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Sichere Schönheit für Schwangere

Welche Kosmetika dürfen Schwangere?

Bestimmte Wirkstoffe in Pflegeprodukten können für Schwangere heikel werden. Aber welche? Darf ich als Schwangere Selbstbräuner oder Anti-Akne Creme benutzten? Und was ist mit Nagellack? Wir haben uns klug gemacht und verraten, auf welche Produkte werdende Mütter sicherheitshalber verzichten sollten…

Eine Meldung erschreckt: In Dänemark hat die Gesundheitsbehörde dringend vom Gebrauch bestimmter Kosmetika in der Schwangerschaft abgeraten. Dies bezieht sich vor allem auf Produkte mit Retinol oder Salicylsäure – beide sind vor allem in Anti-Akne Produkten enthalten. Forscher haben einen klaren Zusammenhang zwischen dem mütterlichen Gebrauch von Kosmetika und Erkrankungen von Kindern festgestellt. Denn die Stoffe, die die Gesundheit des Babys belasten können, werden von der mütterlichen Haut aufgenommen und auf das Baby übertragen.

Viele Schwangere sind verunsichert, denn welche Inhaltsstoffe könnten tatsächlich das Kind gefährden? Besonders schwierig ist es auch, dass die Haut durch die Hormonumstellung viele gewohnte Produkte nicht mehr verträgt. Wer sehr unsicher ist oder unter Hautproblemen leidet, sollte auf jeden Fall einen Dermatologen aufsuchen, denn Hautärzte können hier den besten Rat geben. Auch Frauenärzte und Hebammen können Tipps geben, worauf man achten sollte.

Es gibt bestimmte Wirkstoffe in Pflegeprodukten, die für alle Schwangeren heikel werden können. Wir versuchen einen Überblick geben, damit Sie in der Schwangerschaft sich ohne schlechtes Gewissen um Ihre Schönheit kümmern können.

Bei folgenden Pflegeprodukten sollten Sie genau auf die Inhaltsstoffe achten, damit Sie die Gesundheit des Ungeborenen und auch Ihre eigene nicht gefährden:

Anti-Akne Produkte

Viele Schwangere leiden unter Pickeln und Pusteln. Viele entsprechende Cremes basieren allerdings auf Salicylsäuren oder Retinol. Die Sicherheit der Anwendung von Salicylsäure bei Schwangeren ist nicht ausreichend untersucht. Deshalb sollte der Einsatz des Wirkstoffes sollte während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels vermieden werden.

Im letzten Schwangerschaftsdrittel ist die Anwendung sogar streng verboten, denn die enthaltenen Substanzen hemmen die körpereigene Produktion von Prostaglandinen und schädigen so Herz und Nieren des Ungeborenen. Zum Ende der Schwangerschaft kann Salicylsäure sowohl bei der Mutter als auch beim Kind verlängerte Blutungszeiten auslösen.

Zur Therapie einer schweren Akne werden häufig synthetischen Vitamin-A-Säuren, die Retinoide (Tretinoin bzw. Isotretinoin) eingesetzt. Diese rezeptpflichtigen Medikamente können schwere Schäden beim Ungeborenen bewirken, daher ist eine Behandlung auch schon bei Kinderwunsch, und selbstverständlich auch in der Schwangerschaft ausdrücklich verboten. 

Schwangere, die unter Akne leiden, sollten einen Hautarzt aufsuchen und sich Rat holen. Oft helfen schon eine Umstellung der gewohnten Pflegeprodukte oder auch Behandlungen durch eine Kosmetikerin. Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Tatsächlich wird das Hautbild meist von ganz allein ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel besser.

Anti-Age Produkte

Ähnlich wie Anti-Akne Cremes enthalten auch viele so genannte hautauffüllende Produkte Retinol (etwa Vichy Liftactive Retinol), das an Stoffwechsel und Knochenbau beteiligt ist. Tatsächlich ist Retinol ein Vitamin A. Auf der Haut oxidiert es zu Retinolsäure, die einige Alterserscheinungen durch Lichteinwirkung verzögern oder rückgängig machen soll und angeblich auch gegen Cellulite hilft.

Vitamin A kann bei hochdosierter Einnahme (beispielsweise bei einer Überdosierung durch Vitamintabletten, häufiger Genuss von Leber) im ersten Schwangerschaftsdrittel das Ungeborene schädigen. Auch wenn dies in der Anwendung in Form einer Creme eher unwahrscheinlich ist, raten selbst die Hersteller Schwangeren vom Gebrauch ab, da noch keine wirklich aussagekräftigen Studien vorliegen.

Anti-Schuppen Shampoos

Die Hormonveränderungen in der Schwangerschaft können für verschiedene Haarprobleme sorgen. Besonders unansehnlich sind natürlich Schuppen. Allerdings enthalten einige Shampoos, die hier Hilfe versprechen, leider Salicylsäure (beispielsweise Stierproxal), da dieses gegen Juckreiz helfen kann. In der Schwangerschaft sollten Shampoos mit diesem Zusatz tabu sein, gleiches gilt für Shampoos, die Teer beeinhalten. Sensitive Spezialshampoos oder eine Spülung mit lauwarmen Brennnesselwasser können meist auch sehr gut, aber schonend, helfen.

Selbstbräuner

Ein Hauch von Farbe an den Beinen oder bisschen Sonnenbräune am Babybauch? Selbstbräuner sind gerade im Frühjahr und im Sommer besonders beliebt. Da sie nur auf der oberste Hautschicht wirken, sind die meisten Bräunungscremes unbedenklich. Einige enthalten allerdings bräunungsbeschleunigende Psoralene. Da diese in Verdacht stehen Krebs zu erregen, sollten sie in der Schwangerschaft vermieden werden. Also gilt es hier, den Beipackzettel gut zu lesen.

Nagellack

Nagellacke und auch ihre Entferner enthalten giftige Stoffe wie Lösungsmittel oder Weichmacher – aber in so geringen Mengen, dass gesundheitliche Folgen vom Auftragen als solches als unwahrscheinlich gelten. Allerdings sollten die Dämpfe nicht eingeatmet werden, man möglichst gut lüften und Nagelstudios vermeiden, denn einige Lacke enthalten Formaldehyd, sodass das Einatmen einer große Menge von Nagellack bedenklich wird. Beim Entferner möglichst zu acetonfreien Mitteln greifen.

Haarfärbemittel

In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft sollten die Haare auf gar keinen Fall gefärbt werden. Es ist eine sensible Phase, in der die Organe des Babys entstehen. Auch wenn sich Experten streiten und viele Herstellerfirmen behaupten, dass die Chemikalien harmlos seien, so ist bis heute nicht nachgewiesen, dass die Substanzen, die beim Färben über die Kopfhaut der Mutter in ihren Körper eindringen, wirklich ungefährlich für das Baby sind. Dies gilt auch für Tönungen! Pflanzenfarben sind eine gute, völlig ungefährliche Alternative, mehr Informationen können Sie hier lesen.

Enthaarungscremes

Schon am intensiven Geruch wird klar: Enthaarungscremes enthalten viele Chemikalen. In der Schwangerschaft reagieren einige Frauen plötzlich auf solche Wirkstoffe allergisch. Untersuchungen über die Auswirkungen dieser Cremes auf das Ungeborene gibt es nicht. Dermatologen raten allerdings eher zur Entfernung von lästigen Haaren mit Wachs oder dem Rasierer. Auch beim Epililieren ist Vorsicht angeraten, es ist zwar nicht schädlich, kann aber in der Schwangerschaft schmerzhafter sein.

Weißmacher für die Zähne

Bestimmte Zahnpasten und Bleichmittel, so genannte ‚Bleachings’ sollen für ein strahlendes weißes Lächeln sorgen. Doch gerade Bleichmittel in so hoher Konzentration können das Zahnfleisch angreifen.

Da Schwangere zu sehr empfindlichem Zahnfleisch neigen und Paradentose durchaus gefährlich für das Kind werden kann, ist vom Aufhellen der Zähne in der Schwangerschaft abzuraten. Zahnärztin Dr. Julia Mannherz rät Schwangeren zu einer professionellen Zahnreinigung. Dadurch werden die Zähne auch heller, vor allem aber ist so eine Reinigung eine gute Vorsorge.

Sonnencreme

Durch die Hormonumstellung reagiert die Haut nicht nur empfindlicher auf Duft- und andere Inhaltsstoffe, sie neigt auch eher zu Pigmentflecken und rötet sich schneller. Stiftung „Öko-Test“ fand heraus, dass für den chemischen UV-Filter viele Hersteller unterschiedliche Substanzen miteinander mischen. So können die Substanzen wie Hormone wirken.

Nichtbiologische mineralische Filtersubstanzen beinhalten beispielsweise chemische Stoffe wie Titandioxid und Zinkoxid. Diese werden in Form von Nanopartikeln eingesetzt. Erst ab 2013 müssen Hersteller auf den Produkten deklarieren, ob Nanopartikel in dem Produkt enthalten ist. Jüngsten Studien zufolge können Nanopartikel die Hirnentwicklung von Ungeborenen schädigen. Jürgen Stellpflug von Ökotes rät: „Mit Naturkosmetik ist man hier auf der sicheren Seite.“

Das sicherste ist daher biologischer mineralischer Sonnenschutz, der frei von Nanoteilchen ist. Hier werden die mineralischen Pigmente in ihrer normalen, groben Form genutzt und dringen nicht in die Haut ein. Naturkosmetikhersteller wie beispielsweise Sante garantieren ein 100 Prozent mineralisches Lichtschutzsystem frei von Nanotechnologie. Aber auch andere Hersteller verzichten auf diese neue Technik.

Welche Schönheitsprodukte sind wirklich sicher für Schwangere?

Chemische Lichtschutzfaktoren, Nanopartikel, synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffe, irritierende Emulgatoren, Tenside , Erdölrohstoffe, Paraffine, hormonelle Substanzen und andere Zusatzstoffe – die Liste mit Inhaltsstoffen von Kosmetika, die Schwangere nicht gern an ihre Haut lassen möchten, ist lang. Hinzu kommt, dass viele die gewohnten Produkte durch die Hormonumstellung schlecht vertragen. Doch welche Produkte sind wirklich sicher? Wer ganz sicher sein möchte, was genau im Pflegetiegel enthalten ist, kann sich Cremes selbst herstellen, Tipps dazu gibt es im Internet viele, beispielsweise bei www.meinekosmetik.de.

Eine andere Alternative sind Produkte von Naturkosmetik-Herstellern, viele bieten für Schwangere spezielle Pflegeserien.Auch bekannte Bellybutton und TomTom Mama verzichten, genau wie Weleda oder Dr. Hauschka auf synthetische Duft- und Farbstoffe so weit wie möglich. Der Begriff Natur- oder Biokosmetik ist aber nicht geschützt, im Zweifelsfall sollten werdende Mütter genau lesen, was in ihren Schönheitsmitteln enthalten ist.

Auf vieles könne die meisten Schwangeren übrigens gut verzichten – den die Hormone bewirken oft so einen strahlenden Teint, das Make-Up gar nicht nötig ist.

Bild: © Cornelia Pietzsch für istockphoto.com

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