Elterngeld: Nachzahlungen drohen
Elterngeld: Nachzahlungen drohen
Gut 1 1/2 Jahre nach Einführung des Elterngeldes kommt nun für viele Familien eine unangenehme Überraschung in Form von Post vom Finanzamt: Etliche müssen happige Nachzahlungen leisten. Wie kommt das?
Zuerst freuten sich viele Eltern über das
neue Elterngeld, das bis zu 65% des Nettogehaltes des zu Hause bleibenden Elternteils bringt. Nun aber kommt das dicke Ende für diejenigen, die nicht daran gedacht haben, dass das Elterngeld "progressionsrelevant" ist. Das bedeutet, dass das bezogene Elterngeld auf das Einkommen des weiter verdienenden Elternteils (meist des Mannes) aufgeschlagen wird und so oft ein höherer Steuersatz fällig wird.
Das Elterngeld kann also dazu führen, dass auf die Familie heftige Nachzahlungen zukommen! Nur wer in der glücklichen Lage ist, bereits ein so hohes Einkommen zu haben, dass er unter den Spitzensteuersatz fällt, ist vom Progressionsvorbehalt nicht betroffen.
Was tun? Den negativen Effekt etwas abfedern kann der Wechsel in eine günstigere Steuerklasse. Dies ist auch noch einen Tag vor der Geburt des Kindes möglich, wie gerade erst
vom Sozialgericht Dortmund entschieden wurde ( (Aktenzeichen: Sozialgericht Dortmund S 11 EG 8/07 / S 11 EG 40/07). Welches im Einzelfall die beste Steuerklasse ist, wissen Lohnsteuerhilfevereine oder Steuerberater.