Sonnentage sind nervig!

Ständige Sonne stresst Mütter

Der April war für Maike schrecklich. Ständig schien die Sonne! Es soll ja Menschen geben, die das schön finden. Aber für Mütter ist das ständige schöne Wetter schrecklich, meint sie. Wir sind gespannt – ist sie allein mit ihrer Meinung?

Endlich. Endlich ist der Himmel grau und dunkel und es ist nass. Juhu! Ich habe nämlich schon täglich einen Regentanz gemacht und „Lieber, lieber Regen, komm ein bisschen runter“ gesungen. Wochenlang schien bei uns in Norddeutschland die Sonne. Gnadenlos. Für mich persönlich war das ganz schrecklich. Und zwar nicht, weil ich so eine Pflanzenliebhaberin bin, sondern weil ich Mutter bin.

Oft frage ich mich, ob ich wohl die einzige fiese Rabenmutter mit latenter Sonnenallergie bin. Es ist aber nicht so, dass ich kleine Pickelchen bekomme, wenn ständig schönes Wetter ist. Ich bekomme nur rasend schlechte Laune.

Meine Tochter Merle ist jetzt zwei Jahre alt. Und wenn schönes Wetter ist, dann bin ich als Mutter im Stress. Ich würde so gern wieder einmal einen gemütlichen Kuscheltag zu Hause mit Spielen, Lesen oder Basteln machen. Auch die Wäsche und mein Haushalt leiden unter der Schönwetterperiode.

Es fängt schon morgens an, das Nervigsein. Jeden Morgen springt das Töchterchen in unser Bett, im Schlafzimmer ist es an sonnigen Tagen sehr hell und die Kleine will dann schon um 6 Uhr den Tag beginnen. Beim Anziehen gibt es jeden Tag Debatten. Sie möchte ein T-Shirt und Sandalen, ich finde es noch zu kalt dafür. Logische Argumente verstehen modebewusste zweijährige Damen nur leider nicht. Es folgt ein Tobsuchtsanfall. Na gut, wenn es ganz warm ist und wirklich keine Wolke in Sicht ist, darf sie leicht bekleidet los. Immerhin ein Vorteil des sonnigen Wetters, man braucht keine Regenklamotten.

An den Vormittagen haben wir oft Programm: Kinderturnen, Arzttermine oder Einkaufen. Wenn die Sonne scheint, habe ich oft ein schlechtes Gewissen, wenn wir etwas drinnen machen. Mein Mann und meine Mutter werden es auch nie Leid, mir ständig zu erzählen, wie wichtig es ist, dass Kinder viel an der frischen Luft sind. Mindestens zwei Stunden jeden Tag würde sie stark und kräftig machen. Ist ja schön und gut. Aber was macht das mit der betroffenen Mutter?

Ich habe nämlich keinen Garten, in dem das Kind brav vor sich hinbuddeln kann. Bei schönem Wetter sitze ich fast jeden Nachmittag auf dem Spielplatz. Ich finde das schrecklich. Soll ich neben den anderen Müttern auf der Bank sitzen und mit dem Handy telefonieren? Das mag ich nicht. Also sitze ich da und baue Sandburgen – mit meiner Tochter und mindestens drei anderen Kindern. Aktive Mütter sind kostenlose Kinderanimateurinnen für andere Mamas. Ich merke, dass mich das immer mehr nervt.

Wenn ich nicht in der Sandkiste sitze, dann hat mein Mann früher Feierabend gemacht. Ein Ausflug an den Badesee. Herrlich, ein bisschen in der Sonne dösen, ein wenig Schwimmen und entspannen. So ist es jedenfalls für meinen Göttergatten. Für mich bedeutet es, dass ich einen gefühlten Koffer mit Wechselklamotten mitnehmen muss, Spielzeug und Proviant. Relaxen? Das macht ja der Mann, der sich von der Arbeit erholt. Ich hocke im Schatten und passe auf, dass Merle nicht ins Wasser läuft. Oder sitze zur Abwechslung nicht in der Sandkiste, sonder schwinge das Schäufelchen am Strand.

Die Schönwetter-Abende sind auch doof. Denn überall ist Sand in der Wohnung, es bleibt soviel liegen und an den Fenstern klebt dick Pollen. Kann der Liebste nicht früher von der Arbeit kommen, ist er mies gelaunt, weil er die Sonne nur vom Bürostuhl aus gesehen hat. Und mein Mäuschen macht jeden Abend Theater, weil sie nicht glauben will, dass es schon Bettgehzeit ist. Es ist ja noch hell!

Heute endlich ist es soweit. Während alle anderen mit miesepetrigen Gesichtern durch die Stadt latschen, freue ich mich. Ein Regentag, hurra! Ich koche Tee und freue mich auf das Basteln und gemütliche Zuhausebleiben. Heute darf ich das mal.

Aber die nächste Sonnenzeit kommt bestimmt. Denn der Sommer kommt und mir graut schon davor. Geht es anderen Mütter genauso, oder bin ich ganz allein?“ 

Protokoll: Silke R. Plagge
*Namen von der Redaktion geändert 
Bild: © Nataliia Sdobnikova für istockphoto.com

 
Dieser Text stammt aus der Rubrik "Rabeneltern". Mama und Papa können dort anonym bekennen, was sie alles nicht so machen wie im Lehrbuch.... 
 
Wir freuen uns auch über Ihre Elternerlebnisse. Wer uns unter Rabeneltern- Einsendungen ein Erlebnis oder ein Bekenntnis schickt, kann ein altersgemäßes Kinderbuchpaket gewinnen!
  
Wir würden uns über eine Diskussion freuen. Stresst schönes Wetter wirklich alle Mütter? Oder finden viele die Sonne auch wunderbar?
  
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oh ja.....
Absender des Kommentars N. 31.03.2012
ich kann mich voll und ganz damit identifizieren,
als hätte ich den Beitrag geschrieben!!!
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durchaus Verständnis
Absender des Kommentars Mandy 25.05.2011
Ich habe für die schlechte Laune durchaus Verständnis.Wir haben zwar einen Garten aber leider auch einen Teich. Also muss ich meinen Sohn (21 Monate) ständig im Auge behalten. Außerdem ist er leider schnell gelangweilt, was bedeutet das ich entweder mit im Sandkasten sitze, Fussball spiele oder irgendwie anders versuche den Kleinen zu bespaßen. Entspannung gibts da auch nicht wirklich. Allerdings hab ich das Glück das mein Mann mich auch mal ablöst. Er ist zwar nur am Wochenende zu Hause und hat meistens 60 Stunden und mehr gearbeitet, aber er weiß auch wie anstrengend die Mutterrolle sein kann. Und er genießt die Zeit mit seinem Sohn. Wenn Dein Mann auch so viel arbeitet fällt es mir doch schwer zu verstehen warum er sich dann nicht mal Zeit für seine Tochter nimmt und Dir mal eine Pause gönnt. Er könnte doch auch mal alleine mit ihr ein Eis essen gehen, dann hättest Du wenigstens mal 30 min zum ausruhen.
LG
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Schöne Sonnentage
Absender des Kommentars sue 25.05.2011
Hallo Maike,

Ich konnte gar nicht verstehen, dass man das schöne Wetter schrecklich finden kann, bis ich mich zu der Info durchgelesen hatte, dass ihr keinen Garten habt. Unsere Töchter sind beide 16 Monate alt und bei schönem Wetter sind sie fast nur draussen. Aber wir haben ja auch das Glück, nur die Terassentüre öffnen zu müssen, schon sind wir draussen. zur Abwechslung gibt es Spaziergänge. Der Spielplatz ist da ein Ziel unter mehreren. Der einzige, der bei schönem Wetter leidet, ist der Haushalt. Denn die Mädels sind noch zu klein,um alleine im Garten spielen zu können. Aber (wieder ein Glück), sie schlafen nachmittags noch 3 Stunden lang - da kann Mama arbeiten!

Liebe Grüße,
Sue
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Sonne
Absender des Kommentars taninchen 24.05.2011
Ich habe den Sommer immer geliebt - am See in der Sonne liegen, ein Buch lesen, nichts tun.
Mit Kindern, besonders mit kleinen Kindern (ich habe zwei Jungs, 2,5 Jahre und 1 Jahr) kann ich die Zeit nicht so recht genießen. Ständig laufe ich hinter den beiden her, bzw. einem, denn teilen kann ich mich nicht. Für mich ists Stress pur und ich hoffe wirklich stark, dass sich das in den nächsten Jahren wieder ändern wird. (lieber gestern als heute, zugegebenermaßen)
Sand und Dreck kann ich momentan noch relativ gut eindämmen, die Kinder werden im Bad über der Wanne ausgezogen *fg*
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mir gehts teilweise genauso
Absender des Kommentars Steffi 23.05.2011
klar genießen wir auch dass schöne Wetter draußen, aber ich habe auch immer ein furchtbar schlechtes Gewissen wenn wir bei schönen Wetter eben nicht draußen sein können, weil auch so belanglose und öde Dingen wie Haushalt, Einkaufen oder sonstige Besorgungen zu erledigen sind. Ich habe mich jetzt für nen Mittelweg entschieden: Vormittags ist Zeit für Erledigungen, Nachmittags gehört unserer Kleinen, unabhängig vom Wetter. So läuft`s zu Hause und wir können auch das tolle Wetter genießen.
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klingt übel
Absender des Kommentars annika 22.05.2011
ganz ehrlich? klingt für mich so als müsse die gute einfach wieder arbeiten gehen. wer will denn schon freiwillig hausmütterchen sein und anderen den dreck andauernd hinterher putzen?! ich liebe schönes wetter. hab leider nicht mehr so viel zeit für meine kleine weil ich wieder vollzeit arbeite. die kurze is einfach mehr ausgeglichen wenn sie viel draußen spielen kann, und abends fällt sie dann todmüde ins bett.is doch toll. mir grauts immer vor schlechtwetter tagen.weil nicht nur meine laune sondern auch ihre echt mies is.
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?
Absender des Kommentars Conny 21.05.2011
Also ich bin um jeden Tag froh, an dem die Sonne scheint und wir nach draußen können! Ich finde es total anstrengend meinen Sohn bei Regen zu Hause zu "bespaßen". Wenn die Sonne scheint bin ich auch viel lieber draußen als drinnen und mein Sohn hat viel Spaß im Park, beim Matschspielplatz, beim Fahrrad fahren, im Zoo um die Ecke, mit den Nachbarkindern etc. Auch für die Mamas ergibt sich da doch eher mal ein Gespräch, als beim zu Hause sitzen! :)
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Versteh ich nicht!
Absender des Kommentars Claudia 18.05.2011
Wie kann man denn genervt sein, wenn draußen herrliches Wetter ist?
Ich krieg die Krise wenn ich den ganzen Tag drin hocken muss, weil es regnet. Mein Sohn (fast 2) ist nämlich ein kleiner Draufgänger und für ihn und auch für mich ist es das Beste, wenn er sich draußen austoben kann und dann abends müde ins Bett fällt!
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