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Knabbern ist tabu

Mutter erklärt: Bei ist Dauerknabbern verboten

Gute Mütter haben immer alles für den Nachwuchs dabei: Ersatzwindeln, Spielzeug und natürlich viele kleine Dosen mit Snacks. Darum bin ich eine schlechte Mutter. Denn meine Kinder dürfen nicht ständig knabbern...
„Wenn ich auf dem Spielplatz bin, wird allen schnell klar, was für eine schlechte Mutter ich bin. Denn meine Kinder dürfen nicht dauernknabbern. Mich nerven diese ewigen kleinen Zwischenmahlzeiten. Darum nehme ich auch grundsätzlich nur etwas zu trinken mit. Basta.
 
Vielleicht liegt es daran, dass ich auch schon beim Stillen nicht der Meinung war, dass jede kleine Unmutbekundung des Nachwuchses ein Grund war, meinem Kind die Brust in den Mund zu stecken. Wenn ich im Bus sitze oder bei der Krabbelgruppe bin, ständig beobachte ich Mütter, die ihren Kindern Snacks anbieten. Die Supermamas an der Sandkiste offerieren gar meist drei verschiedenen Dinge in Knabberdosen: Möhren, Apfelstücke oder Dinkelkekse.
 
Am Anfang dachte ich, dass, nur die Mamas von älteren Babys und Kleinkinder so drauf sind. Als mein Großer Probleme mit den ersten Zähnen hatte, durfte er auch manchmal auf einem Zwieback herumkauen. Doch nun ist er schon vier und es wird nicht besser - noch immer sind wir umzingelt.Überall sind kleine Dauermampfer.
 
Neulich waren wir im Kasperletheater. Das Stück war extra für Anfänger und dauerte 40 Minuten. Ich habe mitgezählt - das Kind neben uns aß: eine Banane, drei handvoll Salzstangen, einen Müsliriegel und drei Schokokekse. Meine Söhne, zwei und vier Jahre alt, bekamen nichts zu essen. Warum auch? Sie hatten ordentlich gefrühstückt, Mittagessen gegessen und waren nun um 14.30 Uhr im Theater. Bei schönem Wetter wollte ich später mit ihnen noch ein Eis essen gehen.
 
Das Beste war, dass ich besagtes Kind aus dem Theater eine Woche später in der Kinderarztpraxis wieder traf. Filius Nr. 2 musste zum Impfen. Während er fröhlich Lego baute, lutsche der Theater-Dauerknabberer an einer Mohrrübe. „Also wir sind hier, weil der Finn immer so schlecht isst, “ sagte seine Mutter. „Der rührt fast kein Gemüse an und will nur Nudeln essen. Manchmal muss ich Mittag drei Mal kochen, bis er mehr als drei Happen gegessen hat.“ Äh ja.
 
Also da bin ich offensichtlich eine garstige Mami. Bei mir wird gegessen, was ich koche. Eine Speisekarte wie im Restaurant mit Bestellwünschen gibt es nicht. Und es wird auch alles probiert. Sicher, Leber und Rote Beete mag ich selbst nicht gern. Ich verstehe auch, dass meine Racker einiges nicht mögen. Sie müssen nicht aufessen. Aber dann wird sich auch nicht Leckerkram satt gegessen.
 
Ich hätte ja so gerne bei der Arztuntersuchung besagter Supermama Mäuschen gespielt. Denn Knabber-Finn ist ziemlich moppelig, ich möchte wetten, der Arzt kann sich seinen Teil denken. Was er der Mutter wohl rät?
 
Manchmal frage ich mich, ob ich die einzige Mutter bin, die keine Dauersnacks im Angebot hat. Auf dem Spielplatz fühlt es sich jedenfalls so an. Gestern waren wir für ein Stündchen da. Vorher hatten wir zu Hause jeweils einen Apfel gegessen. Mein Kleiner trabt an der Sandkiste auf eine andere Mutter zu. Zeigt auf die Dose und sagt: „Auch Hunger. Haben?“ Peinlich. Denn nun kann es nur zwei Reaktionen geben: Die Frau gibt meinem Kind etwas ab und guckt mich böse an. Oder sie erklärt es sei schon alles alle und guckt mich böse an.
 
Doch dann werde ich überrascht: Die Mutter nimmt meinen Sohn an die Hand und kommt zu mir rüber. „Charmanter kleiner Kerl. Aber ich möchte wetten, dass er vielleicht gar nichts haben soll? Sind eh nur Apfelstücke. Was meinen Sie, soll ich ihm eines anbieten? Ich habe nämlich sonst nie etwas mit.“ Die Frau war mir sympathisch. Meinen Sohn nicht so sehr. Der hatte auf Kekse und die gewohnten Reaktionen gehofft.
 
Die Zufallsbekanntschaft hat mich beruhigt. Ich bin scheinbar nicht die einzige Mutter, die ihren Kindern nicht ständig etwas anbietet. Wie schön. Denn allein unter Über-Mamis fühlt man sich manchmal elend auf dem Spielplatz.“
 
Bild: © Laetitia Bouaziz - fotolia.com
*Namen von der Redaktion geändert
 
Dieser Text stammt aus der Rubrik "Rabeneltern". Mama und Papa können dort anonym bekennen, was sie alles nicht so machen wie im Lehrbuch.... 
 
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Zahl der Kommentare: 8
NIcht jede Mami ist da gleich Stopf-Mutti
Absender des Kommentars Kim 06.07.2011
Also im Prinzip seh ich es auch so, permanentes Dauergeknabbere geht gar nicht.
Wobei ich zur Krabbelgruppe schon etwas mit habe, die überschneidet sich nämlich mit Sohnemanns Nachmittagsmahlzeit (er hat drei große Hauptmahlzeiten und zwei kleinere Snackzeiten, er ist 1,5 Jahre alt). Insofern könnte man mich (wenn man mich immer nur dann sieht) als "Stopf-Mutti" abstempeln. Allerdings setzen wir uns dann hin, essen und laufen bestimmt nicht mit Essen im Mund umher (kann ich gar nicht haben).
Trinken find ich ist ein anderes Thema. Ich hab bei Ausflügen, die länger als 1 Std dauern immer eine kleine Flasche mit Leitungswasser dabei. Sohnemann trinkt viel und ich finds auch wichtig, zumal es nur Wasser ist.
Ich eck da manchmal auch mit an (genauso wie er noch keine Torten etc kriegt), aber ich stille auch immer noch - Anecken bin ich also gewohnt ;-)
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Auch eine Rabenmutter!!
Absender des Kommentars Angela 09.11.2010
Hallöchen!!

Also ich muss euch zustimmen... ich nehme auch nie was mit auf den Spielplatz! Vor allem weil es nicht gut für die Zähne ist wenn die kleinen ständig was zu futtern haben... Da schafft es der Speichel ja nie die Zähne sauber zuhalten! Auch bei Gemüse & Co. Denn es gibt genug Kinder Die in ihren kleinen Milchzähnen schon soviel Löcher haben wie ein Schweizer Käse! Mein Sohn ist jetzt 3 und wir schreiben die Zahnhygiene sehr groß, wir benutzen bei ihm schon Zahnseide damit er sich an alles gewöhnt!
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Furchtbar!
Absender des Kommentars Sarina 20.08.2010
Trinken mitnehmen reicht doch völlig. Diese Kinder die von ihren Müttern ständig und überall mit Snacks versorgt werden, machen das später auch ständig, hier mal was und da mal was und schon sind die Pfunde drauf. Noch schlimmer das man dadurch womöglich Schuld dran ist, wenn das Kind wenn es älter ist auch ständig Extrawürste verlangt.
Was zu essen mitnehmen nur auf längeren Ausflügen.
Wenn ich das schon sehe, die Mütter mit ihren Tupperdose mit Keksen bewaffnet unterwegs sind... ist ja auch so "gesund" alles, das Kind mit Crackern, Keksen und ähnlichem zu versorgen... hallo Diabetes kein Wunder das immer mehr (junge Menschen) daran erkranken!
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zu: Knabbern ist Tabu
Absender des Kommentars Bibi 06.08.2010
Habe den Artikel mit Interesse gelesesn. Noch ist mein kleiner nicht da, aber ich habe trotzdem schon ein paar Regeln. Auch was das knabbern zwischendurch, besonders vor den Mahlzeiten betrifft. Ich finde es katastrophal, dass Kinder nicht richtig essen, aber dauerhaft irgendwelchen Knabberkram in sich reinstopfen, Keks hier, Schokolade da, Bonbons, Chips... Und gibt es dann die Mahlzeit, wird im Essen rumgestochert und grad mal drei Happen gegessen. Bei dem Neffen meines Mannes geht das ständig so. Er ist nun zehn, und meistens isst er keine richtige Mahlzeiten, zumindest ist das auffallend, wenn wir da sind. Bei uns soll es sowas nicht geben. Dann sind wir halt in den Augen anderer Leute Raben-Eltern. Aber ich will unser Kind nicht Dick-Stopfen. Sondern es soll lernen, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Natürlich gehört auch mal ein Leckerchen dazu, aber in Maßen - und nicht in Massen - und schon gar nicht täglich.
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hmmmmmm kommt daruf an...
Absender des Kommentars rialein 10.07.2010
also getränke sind immer dabei, denn ich finde trinken ist sehr wichtig..wegen den snacks..wenn ich zuhause schon "kaffee" mit meinem kleinen getrunken habe,sehe ich auch keine notwendigkeit außer etwas zu trinken mit auf den spielplatz,tierpark oder sonstwo mit zu nehmen,viele eltern haben auch das problem das die kleinen nix zum abendessen oder mittagessen wollen. wo ich dann merke mit weniger snacks zwischen durch oder 2 std vorher nix mehr geben, ich keine probleme habe und er dann sußer isst..aber trinken ist nach wie vor wichtig nach meiner ansicht halt..aber wie und was sollte jeder für sich abwägen..
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bekennende schlechte Mami
Absender des Kommentars wandy 07.07.2010
Ja, ich habe mir damals in der Krabbelgruppe auch so meine Gedanken gemacht, ob ich mit meiner Einstellung gegen Dauersnacken nicht ganz richtig liege. Aber der Anblick meines inzwischen 3jährigen Filius zeigt mir, dass wir eher auf der Gewinnerseite liegen ;-))
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Werde ich genauso machen
Absender des Kommentars Lillyfee 17.06.2010
Find ich super!
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Reiscracker-Allergie
Absender des Kommentars Chrissie 15.06.2010
Und ich bin auch eine schlechte Mutter, kicher! Wenn alle anderen den Kleinen Reiscracker in den Mund stopfen, müssen meine Kinder ganz stark bleiben. Ich kaufe sowas nämlich nicht. Ich mache auch keine Apfelschnitze. Bei mir gibts höchstens mal eine Brezel auf dem Spielplatz - eine Trinkflasche habe ich auch nicht immer dabei.
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