Julia 11.04.2011
Frage:
Unsere Tochter ist nun 1,5 Jahre alt und dass ihre Nächte noch immer öfter etwas unruhig sind, daran haben wir uns schon gewöhnt. Sie ist dennoch ein ganz toller eigenständiger Einschläfer und ihre Nächte dauern etwa von 19-7 Uhr.
Aber sie ruft 1-2 Mal die Nacht nach uns, einfach nur um sicher zu stellen, dass wir da sind oder weil sie etwas trinken möchte und schläft dann sofort wieder eigenständig ein. Seit Dezember allerdings gibt es häufiger in der Nächt richtige Schreiattacken. Sie wacht auf und brüllt nahezu sofort richtig los. Beruhigungsversuche bringen nichts.
Sie feuert ihren Teddy und den Nuckel heftigst in die Ecke. Auf den Arm nehmen klappt nicht, da sie sich wie ein Wurm versucht aus den Armen herauszudrehen. Streicheln und liebe Worte bringen sie noch mehr auf die Palme. Es gibt Nächte wo wir einfach nur verzweifelt und erschüttert neben ihrem Bett hocken und abwarten bis dieser "Anfall" vorbei ist. Das kann zwischen 10 und 30 Minuten dauern...
Was können wir tun? Wir machen uns viele sorgenvolle Gedanken darüber. Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus.
Antwort:
Liebe Julia,
was Sie beschreiben passt am ehesten zu einem Wut- bzw. anders gesagt zu einem Trotzanfall.
Diese „Anfälle“ treten frühestens am Ende des 1. Lebensjahres auf und können bis zum Kindergartenalter wiederkehren. Kinder müssen erst lernen ihre Gefühle unter Kontrolle zu bringen und bis sie dies können sind diese Anfälle eine Möglichkeit ihre Gefühle „Auszuleben“. Auch durch die besten Erziehungsmethoden lassen sich diese frühkindlichen Trotzreaktionen nicht verhindern.
Am besten das Kind in Ruhe lassen, in seiner Nähe bleiben und das Ende des Anfalls abwarten. Je nach Alter und Temperament des Kindes kann es mehr oder weniger anstrengend für die Eltern werden. Vielleicht hilft der Gedanke, daß diese frühkindlichen Trotzreaktionen für eine normale kindliche Entwicklung sehr wichtig sind.