Nicole G. 29.06.2009
Frage:
Hallo, mein Baby ist jetzt 3 1/2 Wochen alt. Sie hat Blähungen, schläft manchmal sehr unruhig und streckt sich oft sehr stark durch. Meine Hebamme meinte, ich sollte es mit Osteopathie versuchen. Vor 3 Tagen waren wir beim Osteopathen, am Anfang der Behandlung hat sie geschlafen, aber nach einer Zeit fing sie sehr stark das Schreien an (so habe ich sie noch nie schreien hören). Ich weiß jetzt nicht, ob ich den 2.ten Termin wahrnehmen soll, da es sich bei meiner Tochter verschlimmert hat. Sie trinkt oft viel hastiger, und quengelt den ganzen Tag. Sie hört erst dann auf, wenn ich sie auf den Arm nehme und gehe. Lege ich sie wieder hin, weil sie schläft, wird sie nach 2 Minuten wieder wach und schreit. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll, weil es so den ganzen Tag geht. Vielen Dank für eine Antwort.
Antwort:
Besprechen Sie die Verschlimmerung mit Ihrem Osteopathen; vielfach wird dieses Schreien als erster Schritt einer Reaktion auf die Behandlung gewertet.
Möglicherweise hat ihre Tochter die Beschwerden aufgrund eines aufgeblähten Bauches. Blähungen können bei Babys vor allem in den ersten drei Lebensmonaten Bauchschmerzen verursachen. Das Baby zieht dabei die Beine stark an, der Bauch ist gespannt, fühlt sich hart an und Luft geht ab; es können ganz unterschiedliche Ursachen dafür verantwortlich sein. Hier ein paar Tipps:
• Lassen Sie ihr Baby schon während der Mahlzeit häufig aufstoßen, damit sich nicht zuviel Luft in seinem Bäuchlein ansammelt.
• Auch Fenchel-Kümmel-Anis-Tees , wie z.B. der Stilltee aus der Apotheke kann gut helfen. Stillende Mütter können ihn selber trinken, und Babynahrung kann darin zubereitet werden.
• Wenn Sie die Flasche geben, lassen Sie das Fläschchen nach der Zubereitung solange stehen, bis sich der Schaum vom Schütteln gesetzt hat.
• Leichte Bauchmassagen oder ein warmes Bad können die Situation entspannen.
• Es gibt Spezialnahrungen für Babys wie beispielsweise Novalac oder Comformil. Besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, ob für Ihr Baby eine dieser Nahrungen in Frage kommt.
• Auch Kümmelzäpfchen helfen ausgezeichnet.
• Ein gutes Hilfsmittel kann ein Kirschkernkissen sein.
• Es gibt auch einige wirksame homöopathische Mittel, etwa Chamomilla.
• Ein Darmrohr oder Fieberthermometer löst oft die Verkrampfung.
• Ihre Nähe tröstet Ihr Baby und wirkt beruhigend.
• Der "Fliegergriff" lässt die gestaute Luft leichter abgehen. Legen Sie Ihr Baby in Bauchlage auf einen Ihrer Unterarme. Seinen Kopf stützen Sie mit Ihrer Hand.
• Lassen Sie das Baby nicht alle halben Stunden an der Brust oder Milchflasche trinken. Kommt ständig neue Milch hinzu, bevor die vorherige Mahlzeit verdaut ist, kann das Verdauungsprobleme nach sich ziehen.
• Die Ruhe bewahren! Stillen oder Füttern Sie in ruhiger Atmosphäre.
• Nehmen Sie bei starken Beschwerden professionelle psychologische Unterstützung in Anspruch! Die Situation kann sehr belastend sein.
Sollte sich die Situation nicht bessern gehen sie zu ihrem Kinderarzt um etwaige andere Ursachen auszuschließen.