Min 25.11.2009
Frage:
Hallo. Mein Sohn ist jetzt in 16 Monate alt und ich möchte ihn gegen Schweinegrippe impfen lassen. Kann ich diese Impfung bei meinem Kinderarzt machen lassen? Ich möchte auch wissen, ob Nebenwirkungen zu erwarten sind und ob diese gefährlich sein können. Weiterhin frage ich mich ob die Schweinegrippe überhaupt wirklich schlimmer als eine normale Grippe ist? Falls mein Kind an Schweinegrippe erkranken sollte, ist es sichergestellt dass entsprechende Arzneimittel zur Verfühung stehen? D.h. es ist mir bekannt dass es z.B. Tamiflu gibt, aber sind diese Arzneimittel auch für Babies zugelassen?
Antwort:
In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass das H1N1-Virus zu erheblichen Infektions- und Krankheitsraten sowohl in den USA, als auch in Asien und Europa geführt hat. Mehr als 50 Prozent der Neuerkrankungen am H1N1-Virus treffen Kinder und Jugendliche.
Das Präsidium und der Vorsitzende der Impfkommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder und Jugendheilkunde und die deutsche STIKO (unabhängige ständige Impfkommission) empfehlen daher die Impfung gegen die H1N1- Influenza, da nur eine hohe Durchimpfungsrate die Bevölkerung effektiv schützt und die Ausbreitung der Infektionskrankheit verhindert. Die Impfung leistet nicht nur individuellen Schutz, sondern trägt auch wesentlich zum Schutz nicht geimpfter Personen bei.
Die Impfung sollte gut verträglich sein. Eine Schwächung des Immunsystems ist durch das Impfen nicht zu befürchten.Die Impfung gegen H1N1 ist nur an den Gesundheitsämtern möglich und nicht in den Ordinationen, es sind zwei Impfungen erforderlich.
Die Neuraminidasehemmer Oseltamivir (Tamiflu) und Zanamivir sind wirksam, dieses Medikament verleiht im Gegensatz zu einer Impfung keinen dauernden Schutz. Tamiflu kann sowohl vorbeugend als auch therapeutisch nach erfolgter Infektion eingenommen werden. Bei einer therapeutischen Verwendung muss die Einnahme so früh wie möglich nach Auftritt der ersten Symptome erfolgen.