Was tun gegen H1N1?
Der wichtigste Schutz ist die Einhaltung von Hygenie. Es ist wichtig, auch kleine Kinder dazu anzuhalten, häufig die Hände zu waschen, und zwar 20 Sekunden lang mit Seife. Achten Sie darauf, dass die Kinder nicht mit anderen Trinkbecher oder ähnliches tauschen.
Wenn Sie hören, dass bei der Krabbelgruppe oder in der Krippe Grippesymptome grassieren, sollten Sie sich überlegen, ob es nicht besser für den Nachwuchs ist, zu Hause zu bleiben. Schwieriger haben es hier die Eltern von Schulkindern, denn sie können natürlich nicht den Unterricht ausfallen lassen, also im Zweifelsfall mit anderen Eltern und dem Klassenlehrer besprechen.
Generell sind gesunde Kinder, die reichlich trinken und ausgewogen vitaminreich ernährt werden, besser gegen Erkrankungen gewappnet: Sie verfügen über ein gesundes Immunsystem und können mit einem milderen Krankheitsverlauf rechnen. Je jünger die Kinder, desto höher leider die Chance, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen, denn ähnlich wie bei der saisonalen Grippe können Lungenentzündungen oder Hirnhautentzündungen auftreten.
Kinderärzteverband rät zur Impfung
Eine Möglichkeit, Kinder zu schützen ist die Imfpung der erwachsenen Betreuungspersonen, also von Eltern und Erziehern. Die ständige Impfkommission der Bundesregierung hat aber auch schon länger empfohlen, Kinder impfen zu lassen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte war zunächst kritisch. Doch da immer mehr Menschen erkranken und es immer bessere Studien zu den Impfstoffen gibt, rät nun auch der Verband der Kinderärzte, Babys und Kleinkinder ab dem 6. Lebensmonat impfen zu lassen.
Vor allem Kinder mit chronischen Erkrankungen (etwa Asthma bronchiale, Stoffwechselerkrankung, Herzfehlern) sollten unbedingt diesen zusätzlichen Schutz bekommen, da die Krankheit bei ihnen schwer verlaufen könnte.
Dr. Wolfram Hartmann, Verbandspräsident des Berufsverbandes, erklärt: "Die Daten zeigen, dass auch sehr junge Kinder die Impfung ohne schwerwiegende Probleme vertragen." Fachärzte empfehlen zusätzlich, Kinder unter zwei Jahren gegen Pneumokokken impfen zu lassen.
Kinder unter einem Jahr sind besonders gefährdet
Kinder unter einem Jahr sind am meisten durch die Infektion gefährdet, denn sie dürfen das Medikament Tamiflu noch nicht einnehmen. Experten raten daher nun doch vermehrt Schwangeren, sich impfen zu lassen, da Neugeborene so durch den so genannten "Nestschutz" geschützt werden. Eltern von Kindern unter sechs Monaten können ihre Kinder durch eine eigene Impfung und vor allem durch oben beschriebenen Maßnahmen vor einer Ansteckung bewahren.
Sorge wegen Impfschäden unbegründet
Immer wieder melden sich in Deutschland Impfgegner. Doch die meisten Krankheiten - und auch H1N1 - können nur durch eine umfassende Immunisierung ausgerottet werden. Mittlerweile wurden die Impfstoffe reichlich getestet. Kritiker befürchteten, dass Thiomersal, ein Verstärker des bei uns meist genutzten Impfstoffes Pandermix, schwerste Nebenwirkungen bei Kindern auslöse. Die Rede war von neurologischen Erkrankungen und Autismus. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Institute of Medicine in den USA und der europäischen Arzneimittelbehörde Emea zeigen umfangreiche Studien, dass diese Sorge nicht berechtigt ist.
Nebenwirkungen können allerdings auftreten
Harmlos ist die Impfung allerdings auch nicht. Wie bei jeder Imfpung kann es auch zu Nebenwirkungen kommen. Dies sind Schmerzen an der Einstichstelle, Schwellungen und Rötungen. In einigen Fällen treten auch leichte Kopf-, Glieder- und Gelenkschmerzen auf. In wenigen Fällen bekommen die Geimpften Fieber und fühlen sich schlapp. Dies sind genau die gleichen Reaktionen wie bei der Imfpung gegen die saisonale Grippe. Schwere Nebenwirkungen sind leider nie auszuschließen, wurden bisher aber nicht gemeldet.
Letzendlich müssen Eltern für sich und für ihre Kinder selbst die Frage nach der Imfpung beantworten. Wer unsicher ist, sollte sich mit dem Kinderarzt - der den Gesundheitszustand des Kindes am besten beurteilen kann - absprechen. Wer sicher ist, dass das Kind geimpft werden soll, findet unten eine Liste mit den enstprechenden Imfpstellen.
Schweinegrippe oder grippaler Infekt - wo ist der Unterschied?
Für einen Laien ist es schwierig, eine einfache fiebrige Erkältung von der Schweinegrippe zu unterscheiden. Ein Kleinkind mit Husten und Schnupfen, aber ohne Fieber über 38,5° leidet eher an einem so genannten gripalen Infekt, also an einer Erkältung. Diese kann auch mit leichtem Fieber verbunden sein, das Kind ist aber lebhaft und die Krankheit klingt schnell ab.
Ein charakteristisches Symptom der Neuen Grippe ist dagegen ein starker Reizhusten, erklärt Dr.Wilhelm Sedlak, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde. Hinzu kommen typische Grippesymptome wie hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Muskel-, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. Kleine Kinder neigen manchmal auch zu Durchfall, dies erhöht die Gefahr der Dehydrierung.
Je jünger Kinder sind, desto schwieriger kann man Symptome erkennen. Einjährige klagen nicht über Halsschmerzen, sie essen wenig oder weinen beim Schlucken. Wenn Kinder also einen starken Husten mit Fieber haben, sollten Eltern aufmerksam sein
Zeichen einer schweren Erkrankung sind Atmemprobleme wie sehr schnelles oder angestrengtes Atmen. Kommt noch eine bläuliche oder graue Verfärbung der Haut hinzu, sollte sofort der Notarzt gerufen werden.
Wie werden betroffene Kinder behandelt?
Generell müssen betroffene Kinder aber nicht unbedingt zum Arzt. Dr. Sedlak: "Das Wichtigste ist Bettruhe. Dazu viel Flüssigkeit, Wadenwickel, Brust einschmieren und Hustensaft verabreichen." Muskelschmerzen und Fieber können mit Paracetamol oder Ibuprofen behandelt werden.
Wenn die Erkrankung doch schwerer ist oder Eltern sich unsicher sind, sollten sie den Kinderarzt kontaktieren. Wichtig: Auf jeden Fall vorher anrufen, denn beim Verdacht auf H1N1 sollte das Kind nicht im Wartezimmer sitzen - es könnte andere anstecken. Der Arzt muss abwägen, ob unter Umständen mit einem antiviralen Medikament behandelt wird.Tamiflu ist für Kinder ab einem Jahr zugelassen und hat bisher kein erhöhtes Risiko an Nebenwirkungen.
Viele Ärzte gehen übrigens von einer deutlich höheren als der offiziellen Zahl Erkrankter aus. Grund: Die Schnelltest sind nicht unbedingt zuverlässig. Viele Betroffene mit milden Krankheitsverlauf gehen nicht zum Arzt. Auf Grund der vielen Erkrankten werden die aufwändigen Tests auch in vielen Städten nur noch in schweren Ausnahmefällen durchgeführt.
Hier finden Sie Informationen zu Impfstellen in Ihrer Region:
Die Impfpraxis, ob in Imfpstellen oder bei niedergelassenen Ärzten geimpfte wird, ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Generell sind die Imfpungen kostenfrei - für Erwachsene und Kinder. Es muss auch keine Praxisgebühr bezahlt werden. Fragen Sie an, ob genügend Impfstoff zur Verfügung steht, denn es kann zu Engpässen kommen. Sie sollten einen Termin ausmachen und mit Wartezeiten rechnen.
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