Schulterretraktion als vorübergehende Entwicklung?

anna 04.03.2011

Frage:

Sehr geehrte Frau Dr.Mayer,

einer Freundin von mir wurde bei der U4 ihrer Tochter gesagt, sie habe eine Schulterretraktion. Sie solle die Kleine nicht mehr auf der Schulter tragen und die Arme ihrer Tochter immer nach vorne nehmen. Mich würde interessieren, welche Ursachen es dafür gibt.

Die Kleine hat sonst keine bekannte neurologische/motorische Entwicklungsstörung, und abgesehen davon war auch alles zufriedenstellend. Kann das einfach eine vorübergehende Variante in der Entwicklung sein? Oder hängt es davon ab, wie die Eltern das Kind hinlegen? Vielen herzlichen Dank!



Antwort:

Liebe Anna,

eine Schulterretraktion ist mir bisher nur bei ehemaligen Frühgeborenen oder neurologisch auffälligen Kindern begegnet. Sie beschreiben das Kind Ihrer Freundin als normal entwickelt und ohne Auffälligkeiten in der Vergangenheit.

Daher würde ich vorerst ebenso wie der KiA empfehlen vermehrt darauf zu achten, Körperhaltungen und Tragepositionen zu vermeiden, bei denen das Kind den Arm/die Arme längerfristig nach hinten - also zum Rücken hin - hält.

Ziel sollte sein, so häufig wie möglich Übungen zu machen, die die Arme des Kindes vor dem Bauch zusammenführen. Z.B. beim Trinken der Flasche kann die Mutter die Arme zur Flasche führen - als ob das Kind mithilft beim Halten der Flasche - oder beim Tragen des Kindes sollte die Mutter versuchen, die Arme des Kindes zur Mittellinie zu bringen.

Bei anhaltender Schulterretraktion sollte das Kind erneut dem Kinderarzt vorgestellt werden und ggf. einer weiterführenden Diagnostik bzw. z.B. einer krankengymnastischen Therapie zugeführt werden.

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