Emanuela 05.10.2010
Frage:
Mein Sohn hat seit Geburt mehrere solche Storchbiss-Flecken auf dem Kopf: auf der Stirn, Augenlid, Oberlippe. Der Kinderarzt hat mir gesagt, dass die irgendwann verschwinden werden, andere meinen die müssen mit Laser operiert werden. Was stimmt denn nun?
Antwort:
Nicht verwechselt werden sollte er mit dem Hämangiom (Blutschwamm), einem gutartigen Gewächs der Blutgefäße, das nicht flach ist sondern meist etwas über das Hautniveau herausragt.
Der Storchenbiss
Ein Storchenbiss ist ein roter Hautfleck, der meist am Hinterkopf, seltener auf der Stirn oder an den Augenlidern eines Säuglings auftritt. Daher der Name; es sieht aus, als hätte der Storch das Kind mit dem Schnabel hier gehalten. Ursache dieser Flecken sind erweiterte Blutgefässe; typisch ist die Intensivierung der Farbe bei verstärkter Durchblutung wie durch Aufregung oder beim Schreien. Der Storchenbiss verschwindet in aller Regel von selbst bis zum ersten Geburtstag.
Das Hämangiom
Ein Hämangiom, auch als Blutschwamm bezeichnet, ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße, der in verschiedenen Formen auftreten kann. Man unterscheidet zwischen einzelnen Hämangiomen und der Hämangiomatose, bei der mehrere Hämangiome gleichzeitig vorkommen. Hämangiome können überall auftreten und erscheinen meist als bläulich bis rötliche Verfärbung. Sie kommen an der gesamten Körperoberfläche, v.a. jedoch an Kopf und Hals, und auch an inneren Organen vor; hier vor allem in der Leber. Hämangiome sind meist angeboren, zeigen unterschiedliche Wachstumstendenzen und bilden sich z.T. von alleine wieder zurück. Ab wann es zu einer Spontanrückbildung kommen wird, lässt sich allerdings in keinem Fall sicher vorhersagen. Selbst mehrere Hämangiome am selben Kind verhalten sich individuell unterschiedlich.
Üblicherweise ist keine Therapie erforderlich, da der Spontanverlauf gutartig ist und nach Therapie häufiger Komplikationen (Narbenbildungen) auftreten können. Auf jeden Fall sollte bei einer sichtbaren Größenzunahme stets ein Facharzt konsultiert werden.