Nicole 22.07.2010
Frage:
Hallo Dr.Voitl! Mein Sohn Jason ist jetzt 10 Wochen alt und brüllt den lieben, langen Tag. Meine Hebamme meint es liegt an der Nahrung, ich sollte sie umstellen.Und nun habe ich schon BEBA1 ausprobiert und Milasan1 und Alete aber das hilft auch nicht. Erst lacht er und erzählt und im gleichen Augenblick fängt er an zu schreien und lässt sich auch nur schwer wieder beruhigen. Kann es sein, dass er keine Milch verträgt oder doch nur die 3 Monatskoliken hat.Ich weiß mir langsam keinen Rat mehr. Liebe Grüsse Nicole und Jason!
Antwort:
Ein paar Tips wären:
• Lassen Sie ihr Baby schon während der Mahlzeit häufig aufstoßen, damit sich nicht zuviel Luft in seinem Bäuchlein ansammelt.
• Auch Fenchel-Kümmel-Anis-Tees , wie z.B. der Stilltee aus der Apotheke kann gut helfen. Stillende Mütter können ihn selber trinken, und Babynahrung kann darin zubereitet werden.
• Wenn Sie die Flasche geben, lassen Sie das Fläschchen nach der Zubereitung solange stehen, bis sich der Schaum vom Schütteln gesetzt hat.
• Leichte Bauchmassagen oder ein warmes Bad können die Situation entspannen.
• Es gibt Spezialnahrungen für Babys wie beispielsweise Novalac oder Comformil. Besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, ob für Ihr Baby eine dieser Nahrungen in Frage kommt.
• Auch Kümmelzäpfchen helfen ausgezeichnet.
• Zur Behandlung von Blähungen werden außerdem Entschäumer eingesetzt. Sie verwandeln die kleinen Luftbläschen im Darm in mehrere große Blasen, die sich leichter auflösen können. Als Wirkstoffe kommen Substanzen wie Dimeticon oder Simethicon zum Einsatz.
• Ein gutes Hilfsmittel kann ein Kirschkernkissen sein.
• Es gibt auch einige wirksame homöopathische Mittel, etwa Chamomilla.
• Ein Darmrohr oder Fieberthermometer löst oft die Verkrampfung.
• Ihre Nähe tröstet Ihr Baby und wirkt beruhigend.
• Der "Fliegergriff" lässt die gestaute Luft leichter abgehen. Legen Sie Ihr Baby in Bauchlage auf einen Ihrer Unterarme. Seinen Kopf stützen Sie mit Ihrer Hand.
• Eine sanfte Bauchmassage tut Ihrem Baby ebenfalls gut.
• Lassen Sie das Baby nicht alle halben Stunden an der Brust oder Milchflasche trinken. Kommt ständig neue Milch hinzu, bevor die vorherige Mahlzeit verdaut ist, kann das Verdauungsprobleme nach sich ziehen.
• Die Ruhe bewahren! Stillen oder Füttern Sie in ruhiger Atmosphäre.
• Nehmen Sie bei starken Beschwerden professionelle psychologische Unterstützung in Anspruch! Die Situation kann sehr belastend sein.