Marion 28.02.2011
Frage:
Hallo, letzte Woche habe ich bei meiner 7 Monate alten Tochter eine Schwellung/Verhärtung der linken Brustwarze festgestellt. Da der U5-Termin anstand, habe ich dieses Thema direkt bei unserem KI-Arzt angesprochen. Er verwies auf die Hormone meiner Tochter, das sei nichts weiter. Ein paar Tage später hatte ich keine Veränderung festgestellt und nochmal beim Arzt angerufen, die Sprechstundenassistentin hat mich gebeten, weiter zu beobachten und den Hinweis gegeben, dass es bis zu einer Kastaniengröße normal sein kann. Was meinen Sie dazu? Vielen Dank.
Antwort:
Liebe Marion,
eine sogenannte "Brustknospung" bei Mädchen ist eine häufig vorkommende Variation der normalen Pubertätsentwicklung. Es handelt sich dabei in den meisten Fällen um eine Form der milden Östrogenisierung (Östrogene = weiblichen Hormone). Diese tritt typischerweise zwischen dem 1 und 3. Lebensjahr auf. Üblicherweise ist diese sogenannte prämature Thelarche unbedenklich. Die prämature Thelarche darf nicht von weiteren pubertären Ereignissen begleitet werden.
Ihr Kinderarzt sollte daher u.a. sicherstellen, daß die Brustknospung ein bestimmtes Stadium (das sog. Tannerstadium III ) nicht erreicht, dass keine vermehrte Körperbehaarung v.a. axillär oder im Schambereich nachweisbar ist, daß kein auffälliger Körpergeruch d.h. Schweißgeruch vorhanden ist und daß anhand der Wachstumsperzentilen kein beschleunigtes Längenwachstum vorliegt. Regelmäßige Kontrollen durch den Kinderarzt oder einen Kinderendokrinologen sollten auch bei einer prämaturen Thelarche erfolgen zu Beginn in engeren Abständen von ca. 3 Monaten dann ggf. 6 Monaten.
Bei anhaltend einseitiger Brustveränderung oder Zeichen der Infektion d.h. Rötung, Überwärmung, Schmerzen oder zunehmender Schwellung würde ich eine frühzeitigere Vorstellung bei Ihrem Kinderarzt oder einem Spezialisten empfehlen.