Wendy 29.09.2010
Frage:
Sehr geehrter Herr Dr. Voitl, ich habe da mal eine für mich sehr wichtige Frage. Und ich hoffe das wenigstens Sie mir helfen können. Es geht um die Krankheit bzw. Behinderung Autismus. Ich bin in der 11 SSW in meiner Familie liegen keinerlei Behinderungen vor, nur leider bei meinem Lebensgefährten in der Familie. Sein Bruder ist Autist! Und nun meine Frage gibt es die Wahrscheinlichkeit, dass mein Ungeborenes Kind diese Krankheit später auch bekommt! Sprich ist es Vererbbar? Ich würde mich sehr freuen wenn Sie mir antworten. Ich bedanke mich im voraus! Hochachtungsvoll Wendy
Antwort:
Bei Autismus handelt es sich um eine angeborene Wahrnehmungsstörung; die Ursache liegt in einer Störung der Hirnentwicklung. Das ist eine wesentliche Information für die Eltern, die oft meinen, sie hätten durch ihre Erziehung die autistische Störung verursacht. Die Eindrücke aus den Sinnesorganen werden anders verarbeitet; dadurch kommt es führt zu einem anderen Erleben der Umwelt.
Autismus ist nicht eindeutig vererbbar, das Risiko kann unter bestimmten Umständen aber erhöht sein.
Im Rahmen aktueller Studien werden verschiedene Gene als Ursache vermutet. Einige Studien weisen darauf hin, dass eines der Gene, das zu Autismus führen kann, auf Chromosom 7 liegen könnte, es gibt auch Hinweise darauf, dass die Chromosomen 2, 16 und 15 in Frageb kommen könnten. J. Buxbaum von der Mount Sinai School of New York betont aber: "Eine der genetischen Varianten zu besitzen, scheint das Erkrankungsrisiko zu verdoppeln, aber erst die Kombination mehrerer genetischer Faktoren führt zur Krankheit". Eine verstärkte Produktion des Eiweißstoffes ACG1 (Aspartat/Glutamat-Carrier) könnte eine besondere Role spielen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der eineiige Zwilling eines autistischen Kindes ebenfalls unter Autismus leidet liegt bei etwa 95 Prozent. Aber auch verschiedene andere biologische Faktoren scheinen eine Rolle spielen zu können, beispielsweise die Erkrankung der Mutter während der Schwangerschaft an Röteln.